Metropolit Nektarios: „Griechenland ist durch ideologische Waffen bedroht“
Der Hierarch von Korfu warnte an Mariä Himmelfahrt vor einem Verlust christlicher Werte und der demografischen Zukunft Griechenlands.
Am 15. August 2026, dem Fest der Entschlafung der Allheiligen Gottesgebärerin und Immerwährenden Jungfrau Maria, zelebrierte der griechisch-orthodoxe Metropolit Nektarios von Korfu, Paxos und den Diapontischen Inseln die Göttliche Liturgie in der Metropolitankirche der Allheiligen Gottesgebärerin von Spilaiotissa, des heiligen Vlasios und der heiligen Theodora von Augusta im historischen Zentrum von Korfu. In seiner Ansprache griff er die Predigt des Archimandriten Dositheos Papamitros auf und richtete einen eindringlichen Appell für den Schutz des christlichen Glaubens, der Familie und der griechischen Identität. Darüber berichtete die Orthodoxian News Agency.
Archimandrit Dositheos Papamitros hatte in seiner Predigt anhand des Festhymnus die Jungfrau Maria als Vorbild der Demut, des Gehorsams und des Vertrauens auf den Willen Gottes dargestellt. Maria sei auch nach ihrer Entschlafung bei der Welt geblieben und bleibe „die siegreiche Feldherrin, der Hafen des Heils und die Beschützerin unseres Vaterlandes“. Metropolit Nektarios betonte anschließend, die Gottesgebärerin habe Griechenland niemals verlassen. Sie habe das Land in früheren Zeiten beschützt und den Christen ermöglicht, ihren Glauben in Freiheit zu leben.
Zugleich warnte der Metropolit vor einer erneuten Bedrohung Griechenlands. „Diese Angriffe erfolgen nicht mit Kriegswaffen, sondern mit ideologischen Waffen, mit Waffen, die Gott und unsere Jungfrau Maria beleidigen“, sagte der Hierarch. Er kritisierte gesellschaftliche Entwicklungen, die nach seiner Einschätzung die Bedeutung von Familie, Bildung und traditionellen Werten zurückdrängten. Besonders besorgt zeigte er sich über junge Menschen, die sich gegen die Gründung einer Familie entschieden und stattdessen allein lebten. Dahinter stehe vielfach der Wunsch, den eigenen Egoismus zu befriedigen, anstatt Verantwortung zu übernehmen und sich als „Mitschöpfer mit Gott“ zu verstehen.
Der Metropolit verwies außerdem auf den Bevölkerungsrückgang Griechenlands und warnte vor dessen langfristigen Folgen. Er äußerte die Sorge, dass die einheimische Bevölkerung durch Nichtchristen und Nichtorthodoxe ersetzt werden könnte und dadurch auch heilige Stätten des Landes in andere Hände gelangen könnten. Die Vorfahren hätten für ein freies Griechenland gekämpft, damit die Menschen Gott verehren, in ihren Familien leben und ihre Geschichte kennen könnten. Trotz dieser Warnungen schloss Nektarios mit einer Botschaft der Hoffnung und vertraute auf den Schutz der Allerheiligsten Gottesgebärerin, insbesondere für die Jugend, die Familien und das Vaterland.
Die UOJ berichtete zuvor, dass die russisch-orthodoxe Gemeinde in Mainz mit Priester Matthias Fröse ihr 35-jähriges Jubiläum feierte.