„Erst muss die Sorge weg, dann wird der Weg frei in den Himmel“

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Erzpriester Matthias Zierenberg predigt über das Evangelium vom Umgang mit Reichtum und die Entscheidung zwischen Gott und Mammon. Archivfoto: Screenshot YouTube Erzpriester Matthias Zierenberg predigt über das Evangelium vom Umgang mit Reichtum und die Entscheidung zwischen Gott und Mammon. Archivfoto: Screenshot YouTube

Erzpriester Matthias Zierenberg predigte in Limburg über geistliche Blindheit, Reichtum und die Trübsal des Menschen

In seiner Predigt zum dritten Sonntag nach Pfingsten (21. Juni 2026) sprach Erzpriester Matthias Zierenberg von der deutschsprachigen serbisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Lubentius in Limburg-Dietkirchen über die innere Zerrissenheit des Menschen zwischen Gott und Mammon, die Gefährdung des Verstandes durch Leidenschaften sowie die rechte Haltung zu Besitz und Sorge im Licht des Evangeliums (Mt 6,19–33). Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.

Erzpriester Matthias Zierenberg stellte die Worte Christi aus der Bergpredigt in den Mittelpunkt, insbesondere die Mahnung, keine vergänglichen Schätze auf Erden zu sammeln und sich nicht zugleich Gott und dem Mammon zu unterwerfen. Der Mensch sei als Ebenbild Gottes geschaffen und zur Sinnsuche berufen, werde jedoch durch Sünde und Leidenschaften in seiner geistigen Erkenntnisfähigkeit geschwächt. Diese „Blindheit“ des Verstandes führe dazu, dass viele sich aus Bequemlichkeit an die Maßstäbe der Mehrheit anpassten, statt sich bewusst für Gott zu entscheiden.

Ausführlich ging der Geistliche auf das biblische Bild vom „Auge als Licht des Leibes“ ein: Wie das Auge den Körper leite, so sei der Verstand das Licht der Seele. Werde dieser durch Begierden – insbesondere die Liebe zum Geld – verdunkelt, verliere der Mensch die Fähigkeit, den wahren Wert der Dinge zu erkennen.

In Anlehnung an das Evangelium warnte er vor der „Tyrannei des Mammon“, die den Menschen versklave und ihn vom Dienst an Gott abbringe, während die Gottesherrschaft Freiheit und Leben schenke. Zugleich betonte der Erzpriester, dass Reichtum an sich nicht verwerflich sei, sofern der Mensch ihn als Verwalter gebrauche und nicht zu seinem Knecht werde. Beispiele wie Abraham und Hiob zeigten, dass Besitz ohne Bindung möglich sei. Entscheidend sei, Schätze „im Himmel“ zu sammeln – etwa durch Almosen, Genügsamkeit und Vertrauen auf Gottes Vorsehung.

Die im Evangelium geforderte Sorglosigkeit bedeute dabei kein leichtfertiges Leben, sondern die bewusste Ausrichtung auf das Reich Gottes: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes“, zitierte Zierenberg, und rief zu einem schrittweisen geistlichen Wachstum auf und ergänzte abschließend: „Erst muss die Sorge weg, dann wird der Weg frei in den Himmel.“

Die UOJ berichtete zuvor, dass an der Orthodoxen Theologischen Fernschule Krefeld erstmals seit ihrer Gründung Studierende das dreijährige Ausbildungsprogramm vollständig abgeschlossen haben.

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