Orthodoxe Bischöfe Frankreichs verurteilten Israels Vorgehen im Libanon
Scharfe Kritik an militärischer Gewalt und Appell zu sofortigem Waffenstillstand
Die orthodoxen Bischöfe Frankreichs haben bei ihrer Sitzung am 9. Juni 2026 ihre tiefe Sorge über die anhaltenden Militäroperationen im Libanon zum Ausdruck gebracht und dabei das Vorgehen Israels scharf verurteilt. Im Mittelpunkt stand die dramatische Lage der Zivilbevölkerung, die unter unverhältnismäßiger Gewalt, Vertreibungen und großflächiger Zerstörung insbesondere im Süden des Landes leidet, wie es in einer veröffentlichten Erklärung heißt.
Die Hierarchen kritisierten den Einsatz militärischer Mittel, der unterschiedslos Zivilisten und Kombattanten treffe, sowie Angriffe auf zivile und infrastrukturelle Ziele. Sie warnten zudem vor Gefahren für kulturell und historisch bedeutende Stätten wie die antike Stadt Tyros, die unter dem Schutz der UNESCO steht. Ein umfassender Waffenstillstand sei dringend notwendig, damit der Libanon Stabilität und Frieden wiedererlangen könne.
Über den Libanon hinaus äußerten die Bischöfe ihre Besorgnis über die generellen Spannungen im Nahen Osten und verurteilten Angriffe auf die Zivilbevölkerung als Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht. Zugleich bekundeten sie Solidarität mit dem Patriarchat von Antiochia im Gedenken an das Selbstmordattentat in der Eliaskirche in Damaskus vor rund einem Jahr.
Neben den geopolitischen Themen befasste sich die Versammlung auch mit innerkirchlichen Anliegen in Frankreich, darunter liturgische Texte und Initiativen zum interreligiösen Dialog.
Die UOJ berichtete zuvor, dass der orthodoxe Verlag Hagia Sophia ein neues Buch mit Fastenpredigten des heiligen Johannes von Kronstadt veröffentlicht hat.