Orthodoxer Gottesdienst nach Jahrhunderten: Historische Liturgie in Dagestan
Erstmals seit dem Mittelalter wieder orthodoxe Liturgie in einer der ältesten Kirchen auf russischem Gebiet gefeiert
In der russischen Teilrepublik Dagestan hat erstmals seit Jahrhunderten wieder ein orthodoxer Gottesdienst in einer historischen Kirche stattgefunden. Geleitet wurde die Feier von Erzbischof Varlaam der Russisch-Orthodoxen Kirche – ein bemerkenswertes Ereignis in der heute mehrheitlich muslimischen Region im Nordkaukasus, wie das orthodoxe Nachrichtenportal orthochristian.com berichtete.
Am 1. Juni 2026 leitete Erzbischof Varlaam von Machatschkala und Derbent einen Gottesdienst in der ältesten bekannten Kirche Dagestans nahe dem Dorf Datuna. Die Feier fand am Fest des Heiligen Geistes statt und umfasste unter anderem einen Akathistos sowie eine Wasserweihe. Geistliche und Gläubige begleiteten den Besuch, wie die örtliche Diözese mitteilte.
Das Gotteshaus stammt aus dem 10. bis 11. Jahrhundert und gilt als eine der ältesten erhaltenen Kirchen auf dem Gebiet der heutigen Russischen Föderation. Während im Mittelalter zahlreiche Kirchen in Dagestan existierten, ist dieses Bauwerk das einzige, das vollständig erhalten blieb.
Historisch entstand die Kirche im Einflussbereich des christlichen Königreichs Sarir, das enge Verbindungen zu Byzanz und Georgien unterhielt. Mit der Ausbreitung des Islam in den Bergregionen Dagestans wurde das Gotteshaus im 15. Jahrhundert aufgegeben und blieb seither ohne liturgische Nutzung.
Die UOJ berichtete zuvor, dass das ROKA-Kloster Jordanville zum Widerstand gegen einen Windpark aufruft.