Techno-Konzert in koptischer Höhlenkirche löste Kritik in Ägypten aus
Eine Veranstaltung des Österreichischen Kulturforums in Kairo wurde nach Protesten in der berühmten Höhlenkirche von Manschiyyet Nasser abgebrochen.
Am 15. Mai hat ein Konzertprojekt des Austrian Cultural Forum Cairo in Kairo einen öffentlichen Eklat ausgelöst. Die Veranstaltung fand in der bekannten koptischen Höhlenkirche des Klosters des heiligen Simon im Stadtteil Manschiyyet Nasser statt. Videos in sozialen Netzwerken zeigten Techno-Musik, Lichtprojektionen und Tanzszenen im Kirchenraum. Die Feier wurde schließlich auf Anordnung von Anba Moussa beendet, wie Heute berichtete.
Ursprünglich war das Projekt als internationales Kultur- und Jugendprogramm konzipiert. Die österreichische Künstlerin Crystn Hunt Akron präsentierte dabei ihr Projekt „Plasticphonia“, bei dem gemeinsam mit Jugendlichen Instrumente aus Plastikmüll gebaut wurden. Im weiteren Verlauf entwickelte sich die Aufführung jedoch zu einer DJ- und Techno-Performance, was in der koptischen Kirche scharfe Kritik auslöste.
Das Österreichische Kulturforum in Kairo entschuldigte sich anschließend offiziell bei der Kirche. Die Leiterin des Kulturforums, Daniela Herta, erklärte, man habe keinesfalls respektlos handeln wollen. Zugleich betonten die Veranstalter, das Projekt habe ursprünglich der kulturellen Zusammenarbeit mit Jugendlichen aus dem überwiegend von koptischen Christen bewohnten Viertel gedient.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass die Bundestagspräsidentin Klöckner die politischen Positionierungen der Kirchen kritisierte.