Fünf Jahre Haft für Koptischen Blogger in Ägypten wegen Video über Christentum
Ein koptischer Blogger wurde wegen Blasphemie zu fünf Jahren Haft mit Zwangsarbeit verurteilt, weil er ein Video über das Christentum veröffentlicht hatte.
Am 27. April 2026 verurteilte ein ägyptisches Gericht in Kairo den koptischen christlichen Blogger Augustinos Samaan zu fünf Jahren Haft mit Zwangsarbeit wegen der Veröffentlichung von Videos über den christlichen Glauben, berichtet ADF International.
Samaan, Autor eines Kanals mit mehr als 100.000 Abonnenten, wurde nach Artikel 98(f) des ägyptischen Strafgesetzbuchs verurteilt, der die Straftat der Blasphemie regelt. Ihm wurden zudem „Missbrauch sozialer Netzwerke“ und „Missachtung der Religion“ vorgeworfen – Formulierungen, die häufig auf Äußerungen angewendet werden, die als beleidigend für den Islam gelten.
Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten veröffentlichte der Blogger hauptsächlich Aufklärungsmaterialien, in denen er die Grundlagen des christlichen Glaubens erläuterte, häufig gestellte Fragen beantwortete und auf theologische Unterschiede zwischen Christentum und Islam einging.
Am 24. April legte Samaan Berufung ein, um das Urteil anzufechten und sein Recht auf Religionsfreiheit zu verteidigen. ADF International erklärte, dass die Bestrafung für die friedliche Äußerung religiöser Überzeugungen eine Verletzung grundlegender Rechte darstelle.
Die Organisation betonte, dass der Fall Samaan kein Einzelfall sei. Seit August 2025 wurden in Ägypten Dutzende Menschen wegen religiöser Veröffentlichungen im Internet festgenommen, darunter Neubekehrte und Nutzer, die über Glaubensfragen diskutierten.
Menschenrechtsaktivisten stellen fest, dass die Anwendung der Blasphemiegesetze im Land zunimmt und gegen religiöse Minderheiten eingesetzt wird. Trotz verfassungsrechtlicher Garantien sind koptische Christen, die etwa 10–15 % der ägyptischen Bevölkerung ausmachen, weiterhin Diskriminierung und Druck ausgesetzt.
ADF International forderte die ägyptischen Behörden auf, das Urteil zu überprüfen und den Schutz der Religions- und Meinungsfreiheit zu gewährleisten.
Zuvor befand sich der Christ Abdulbaki Said Abdo in einer ähnlichen Situation: Er wurde wegen Veröffentlichungen auf Facebook verurteilt, später jedoch mit Unterstützung von Menschenrechtsaktivisten freigelassen und verließ das Land.
Zuvor hatte die UOJ in der Ukraine berichtet, dass die US-Kommission für internationale Religionsfreiheit einen Bericht über die Lage religiöser Minderheiten in Ägypten veröffentlicht und darin auf die anhaltende systematische Diskriminierung von Christen und anderen nicht-muslimischen Gemeinschaften hingewiesen habe. Dem Bericht zufolge wenden die ägyptischen Behörden weiterhin Gesetze und Praktiken an, die das religiöse Leben von Minderheiten einschränken, darunter koptische Christen, Bahá'í und andere.