Zwischen Mitgefühl und Moral: die Botschaft von Bethesda

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Diakon Igor Willimowski während seiner Predigt in der St.-Barbara-Kirche in Krefeld. Diakon Igor Willimowski während seiner Predigt in der St.-Barbara-Kirche in Krefeld.

Diakon Igor Willimowski predigte in Krefeld über die Lehren aus der Heilung des Gelähmten

Am Sonntag des Gelähmten, dem 3. Mai 2026, predigte Diakon Igor Willimowski in der russisch-orthodoxen St.-Barbara-Kirche zu Krefeld über die zentrale Botschaft der Heilung des Gelähmten am Teich Bethesda und deren Bedeutung für das christliche Leben heute (Joh 5, 1–15). Die Gemeinde veröffentlichte die Ansprache auf ihrem YouTube-Kanal.

Im Mittelpunkt der Predigt steht das Evangelium nach Johannes, das laut Diakon Igor Willimowski in drei Abschnitte gegliedert ist. Zunächst schilderte er die Situation des seit 38 Jahren kranken Mannes, der keine Hilfe fand, um zum heilenden Wasser zu gelangen. Daraus leitete der Diakon eine deutliche Mahnung ab: Christen seien verpflichtet, einander beizustehen und nicht achtlos an Notleidenden vorbeizugehen. Die im Alltag beobachtbare Gleichgültigkeit widerspricht dem christlichen Auftrag zur nächsten Liebe.

Im zweiten Teil hob der Geistliche die Reaktion der Umstehenden hervor, die den Geheilten trotz des offensichtlichen Wunders kritisierten, weil er am Sabbat sein Bett trug. Dies zeigt, wie leicht Menschen Handlungen ohne Berücksichtigung des Gesamtzusammenhangs verurteilten. Der Prediger zog Parallelen zur Gegenwart und warnte vor schnellem Urteil und einem „Tunnelblick“ im moralischen Bewerten.

Abschließend ging der Diakon auf die Begegnung des Heilten mit Christus im Tempel ein. Die Aufforderung Jesu, nicht mehr zu sündigen, deutete er als Hinweis auf die geistliche Dimension von Krankheit und Heilung sowie auf die Notwendigkeit der Umkehr. Zugleich zog er einen Bezug zur Taufe, durch die der Mensch von Sünden gereinigt wurde und zu einem Leben berufen wurde.

Diakon Igor Willimowski fasste die Botschaft der Lesung in drei Punkten zusammen: Hilfe für Bedürftige leisten, nicht vorschnell über andere Urteile und die Sünde meiden, um den Weg zu Gott zu gehen.



Die UOJ berichtete zuvor, dass das Familienlager der antiochenisch-orthodoxen Metropolie Deutschland und Mitteleuropa in den Niederlanden stattgefunden habe.

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