Polen: Heftige Kritik an katholischem Hirtenbrief gegen Antisemitismus

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Der Aufruf zu Begegnungen knüpft an den historischen Synagogenbesuch von Papst Johannes Paul II. im Jahr 1986 an und hat in Polen eine kontroverse Debatte ausgelöst. Der Aufruf zu Begegnungen knüpft an den historischen Synagogenbesuch von Papst Johannes Paul II. im Jahr 1986 an und hat in Polen eine kontroverse Debatte ausgelöst.

Aufruf zu Synagogenbesuchen und zum Dialog mit Juden stößt in Polen auf scharfen Widerstand – rechtskonservative Kreise werfen Bischöfen Glaubensverwirrung vor

Die Aufforderung der römisch-katholischen Bischofskonferenz in Polen an Gläubige, am 13. April 2026 Synagogen zu besuchen und jüdischen Gemeinden zu begegnen, hat in rechtskonservativen Kreisen in Polen scharfe Kritik ausgelöst. Grundlage ist ein am 12. März veröffentlichter Hirtenbrief, der unter Bezug auf den Besuch von Papst Johannes Paul II. in der römischen Synagoge im Jahr 1986 Antisemitismus als unvereinbar mit dem christlichen Glauben verurteilt und zu konkreten Begegnungen aufruft. Darüber berichtete der Nachrichtendienst Östliche Kirchen am 23. April 2026.

In Warschau, Krakau und Lublin setzten Bischöfe den Aufruf um. Der Warschauer Erzbischof Adrian Galbas warnte in der Nożyk-Synagoge vor religiös begründeter Feindschaft gegen Juden und dankte dem Oberrabbiner Michael Schudrich für die Gastfreundschaft. In Krakau würdigten Kardinal Grzegorz Ryś und der emeritierte Erzbischof Stanisław Dziwisz das historische Treffen zwischen Papst Johannes Paul II. und dem römischen Oberrabbiner Elio Toaff als bedeutenden Schritt für die Beziehungen zwischen Christen und Juden.

Aus rechtskonservativen Kreisen kam es zu einem öffentlichen Protest und zu scharfer Kritik insbesondere an Kardinal Ryś. Der Politiker Krzysztof Bosak äußerte Zweifel an der theologischen Klarheit des Hirtenbriefs und sprach von möglicher „Ketzerei“, „Irrtum“ und einer „Judaisierung“ der katholischen Botschaft. Der Publizist Paweł Lisicki bezeichnete den Aufruf als „massenhaften Akt der Apostasie“, da gemeinsames Beten in einer Synagoge seiner Ansicht nach nicht mit dem katholischen Glauben vereinbar sei. In der Zeitschrift „Katholische Pädagogik“ wurde der Hirtenbrief als „historische Schande“ bezeichnet. Zudem wurde berichtet, dass der Text in einzelnen Gemeinden nicht verlesen wurde.

Der Initiator Kardinal Ryś erklärte zu der Kritik, sie zeige, dass eine Aufgabe der Bischofskonferenz nicht ausreichend erfüllt worden sei, und verwies auf die Notwendigkeit einer vertieften religiösen Unterweisung, damit die Kirche in Polen das vermittle, was die Weltkirche seit dem Zweites Vatikanisches Konzil lehre.

Die UOJ berichtete zuvor, dass es bei den Osterfeiern in Turkmenistan Festnahmen von Christen gab.

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