Metropolit Antonij: Ostern zwischen Berlin und Mission im Ausland
Osterfeiern zwischen Improvisation und Diaspora-Alltag: Schwerpunkt in Deutschland, persönliche Teilnahme des Metropoliten diesmal in Dublin
In einem Interview zum Osterfest erklärt der bulgarisch-orthodoxe Metropolit Antonij von West- und Mitteleuropa, wie die Diaspora in Deutschland und Europa die Auferstehung Christi unter besonderen Bedingungen feiert – und wo er selbst das Fest begeht. Das Interview wurde am 11. April 2026 auf der Webseite des bulgarischen Patriarchats veröffentlicht.
Metropolit Antonij beschreibt die Situation der bulgarisch-orthodoxen Gemeinden in Deutschland und Westeuropa als geprägt von Improvisation und Engagement. Viele Gemeinden verfügten über keine eigenen Kirchenräume und nutzten katholische oder evangelische Gotteshäuser. Zudem erschwere der Arbeitsalltag vieler Gläubiger die Teilnahme an den Gottesdiensten der Karwoche, weshalb insbesondere Abendliturgien stärker besucht seien. Der Sonntag bleibe zentraler Bezugspunkt des kirchlichen Lebens.
Auch organisatorisch seien die Osterfeiern herausfordernd: Priester betreuten teils mehrere Gemeinden und müssten ihre Dienste zwischen verschiedenen Orten aufteilen. In Einzelfällen würden Gemeinden zusammengelegt, um die Liturgie gemeinsam zu feiern. Für Deutschland nennt der Geistliche konkrete Beispiele: In Berlin als Sitz der Diözese stehen mehrere Priester zur Verfügung, während Geistliche zugleich in andere europäische Städte entsandt werden.
Persönlich feiert Metropolit Antonij das Osterfest üblicherweise in Berlin. In diesem Jahr bildet jedoch eine Ausnahme: Auf Einladung des bulgarischen Botschafters reist er nach Dublin, wo erstmals ein gemeinsamer Ostergottesdienst für die bulgarische Diaspora organisiert wird. Dort sollen auch Pläne für die Gründung einer neuen Missionsgemeinde besprochen werden. Gleichzeitig verweist er auf Entwicklungen in Deutschland selbst: In Landshut in Bayern wird erstmals ein Ostergottesdienst in einer neu übernommenen Missionskirche gefeiert.
Mit Blick auf die Gläubigen betont Metropolit Antonij die Bedeutung von Gebet, Zusammenhalt und kirchlicher Verwurzelung – gerade in einer von Krisen geprägten Zeit. Seine Osterbotschaft verbindet religiöse Ermutigung mit einem Appell an die im Ausland lebenden Bulgaren, ihren Glauben zu bewahren und zugleich die Verbundenheit mit ihrer Heimat nicht zu verlieren.
Die UOJ berichtete zuvor, dass der serbische Patriarch Porfirije in seiner Osterbotschaft globale Krisen im Licht biblischer Warnungen deutete.