„Wir müssen die egoistische Seele verlieren, damit die unsterbliche lebt“
Erzpriester Matthias Zierenberg betonte in Limburg die Bedeutung der Seele und der persönlichen Entscheidung zur Nachfolge Christi
In seiner Predigt zum Sonntag der Kreuzverehrung, dem 15. März 2026, in der deutschsprachigen serbisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Lubentius in Limburg-Dietkirchen sprach Erzpriester Matthias Zierenberg über die Natur des Menschen als von Gott gut geschaffenes Wesen mit unsterblicher Seele sowie über die Notwendigkeit der Selbstverleugnung im geistlichen Kampf. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.
Ausgehend von der Schöpfung des Menschen betonte der Geistliche, dass der Mensch zwar mit Sinnen und Verstand ausgestattet sei, diese jedoch nicht ausreichten, um die gesamte Wirklichkeit zu erfassen. Erst durch den von Gott gegebenen Geist und die unsterbliche Seele werde der Mensch befähigt, über das rein Sichtbare hinauszugehen. Zugleich eröffne gerade die Unsichtbarkeit der Seele Raum für Zweifel, aber auch für Missbrauch und ideologische Verirrungen.
Im Zentrum der Predigt stand die Lehre von der durch die Sünde verzerrten Seele, die der Erlösung bedürfe. Christus habe sich erniedrigt, um den Menschen zu retten, doch diese Rettung setze die freie Zustimmung des Menschen voraus. Diese äußere sich nicht in Worten, sondern in konkreten Taten der Selbstverleugnung und der Abkehr vom Egoismus.
Erzpriester Matthias Zierenberg beschrieb den inneren Wandel als einen lebenslangen Prozess, der einem „unsichtbaren Kampf“ gleiche. Der Mensch müsse seine egoistischen Neigungen überwinden, um die ursprüngliche, von Gott gegebene Reinheit der Seele wiederzugewinnen. Dieser Weg sei mit Anstrengung und Leiden verbunden und werde im Evangelium als das Tragen des eigenen Kreuzes verstanden.
Abschließend hob der Erzpriester die doppelte Bedeutung des Kreuzes hervor: als Zeichen des persönlichen Kampfes gegen Sünde und Leidenschaften sowie als Symbol der Erlösung durch Christus. Zugleich rief er dazu auf, den christlichen Glauben auch im öffentlichen Leben bewusst zu bezeugen und Verantwortung in einer demokratischen Gesellschaft zu übernehmen.
Die UOJ berichtete zuvor über das Verfahren zur Wahl des neuen Patriarchen in Georgien.