„Das Evangelium gibt uns die Freude zurück, die wir in der Kindheit verloren haben“
Der Primas der Orthodoxen Kirche Albaniens erzählte, wie die erste Lektüre des Evangeliums für ihn persönlich ein Schock war und den Beginn seines Weges zum Glauben markierte.
Der Primas der Orthodoxen Kirche Albaniens, Erzbischof Ioannis, erzählte in einem Interview mit der UOJ in Amerika die Geschichte seiner Bekehrung zum Glauben – und erklärte, warum das Evangelium für ihn nicht nur ein Buch, sondern eine lebendige Begegnung mit der Wahrheit war.
Der Erzbischof wuchs in einer kinderreichen Familie auf – er ist das jüngste von acht Kindern. Seinen Worten zufolge war seine Kindheit von einer besonderen Freude geprägt: dem Gefühl von Geborgenheit, Wärme und Nähe zu seinen Brüdern und Schwestern. Er liebte es zu lesen – Bücher, Geschichten, Legenden. Aber mit dem Erwachsenwerden kamen Philosophie und Geschichte – und diese kindliche Freude verschwand unbemerkt.
Das Evangelium las Erzbischof Ioannis zum ersten Mal in der letzten Klasse der Schule. Das Buch war auf Französisch – eine Sprache, die er zu diesem Zeitpunkt bereits beherrschte. Das Evangelium in kommunistischen Albanien zu finden, war äußerst gefährlich: Für den Besitz religiöser Literatur drohten mindestens zehn Jahre Gefängnis. Dennoch brachte ein Bekannter es zu ihm nach Hause.
„Als ich es las, überkam mich etwas Unerklärliches. Ich war erschüttert, als ich genau die Freude verspürte, die ich als Kind empfunden hatte. In diesem Moment dankte ich Gott in Gedanken dafür, dass er mir diese Freude zurückgegeben hatte“, erzählte der Erzbischof.
Seinen Worten zufolge glaubte er es vom ersten Lesen an – ohne Beweise, ohne lange Zweifel. Er beschrieb es als „psychologische Wahrheit“: wenn man etwas hört und sofort weiß, dass es wahr ist. „Ich war überzeugt, dass dieses Buch die Wahrheit enthält. So begann meine Reise“, sagte der Primas.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass der albanische Primas sich mit Patriarch Bartholomäus in Salzburg getroffen habe.