„Der wahre Triumph ist, dass das Bild Christi in der Seele aufleuchtet“
Priester Matthias Fröse betont geistliche Dimension des Festtages und ruft zur inneren Erneuerung auf
Am Sonntag der Orthodoxie, dem 1. März 2026, sprach Priester Matthias Fröse von der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Christophorus Mainz in der Außenstelle Meisenheim über den wahren Triumph der Orthodoxie als geistliches Geschehen im Herzen des Menschen. Die Predigt wurde auf dem YouTube-Kanal der Gemeinde veröffentlicht.
Ausgehend von der Lesung aus dem Hebräerbrief (Hebr 11,24-40) und der Begegnung Christi mit Nathanael im Johannesevangelium (Joh 1,43-51) stellte der Geistliche klar, dass die Kirche an diesem Tag keinen äußeren oder historischen Sieg feiere. Der Triumph sei „still, tief und verborgen“ – es sei der Sieg Christi im Inneren des Menschen. Glaube bedeute nicht das Festhalten an Formeln, sondern die existenzielle Begegnung mit Gott, die das Leben verwandle.
Mit Blick auf die Verteidiger der Ikonen erinnerte Priester Matthias Fröse daran, dass diese nicht für „Holz oder Farbe“ gelitten hätten, sondern für die Wahrheit der Menschwerdung Gottes. Unter Bezug auf den Kirchenvater Johannes von Damaskus hob er hervor, dass in der Ikone die Offenbarung sichtbar werde: Gott habe ein menschliches Antlitz angenommen, und der Mensch sei berufen, dieses göttliche Bild widerzuspiegeln. Der eigentliche Triumph der Orthodoxie bestehe daher nicht im Rechthaben, sondern darin, „dass das Bild Christi in der menschlichen Seele wieder aufleuchtet“.
Am Beispiel Nathanaels verdeutlichte der Prediger, dass jeder Glaubensweg mit dem Erkannt- und Geliebtsein durch Christus beginne. Wo der Mensch Christus Raum gebe – in Liturgie, Gebet und innerer Umkehr –, öffne sich der Himmel schon jetzt. Der Sonntag der Orthodoxie stelle daher die persönliche Frage: Wird das eigene Leben zur lebendigen Ikone, durch die andere das Licht Christi erkennen können?
Die UOJ berichtete zuvor über das 20. Panorthodoxe Chortreffen orthodoxer Gemeinden in München.