„Warum strecken wir so bereitwillig die geistlichen Waffen?“

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Erzpriester Matthias Zierenberg während seiner Predigt in der serbisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Lubentius in Limburg-Dietkirchen. Foto: Screenshot YouTube Erzpriester Matthias Zierenberg während seiner Predigt in der serbisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Lubentius in Limburg-Dietkirchen. Foto: Screenshot YouTube

In Limburg-Dietkirchen zeichnete Erzpriester Matthias Zierenberg das Bild eines geistlichen Kulturkampfes und rief zur Umkehr vor dem Jüngsten Gericht auf

In seiner Predigt zum Sonntag des Jüngsten Gerichts, dem 15. Februar 2026, in der deutschsprachigen serbisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Lubentius in Limburg-Dietkirchen sprach Erzpriester Matthias Zierenberg über die geistliche Tragweite von Matthäus 25,31–46, die Verantwortung des Menschen vor Gott und eine Abkehr der modernen Gesellschaft vom christlichen Menschenbild. Dabei sparte er nicht mit Kritik an der Entfremdung der Moderne von Gott, die letztlich auf seine Zerstörung ziele. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.

Ausgehend vom Evangelium des Sonntags stellte Erzpriester Matthias Zierenberg das göttliche Gericht dem staatlichen Recht gegenüber: Während weltliche Instanzen vor allem Taten beurteilten, sehe Gott auch die Absicht des Herzens. Nächstenliebe sei deshalb keine Option, sondern Ausdruck der Dankbarkeit gegenüber den Gaben Gottes. Unterlassene Hilfeleistung werde im Licht des Evangeliums zur geistlichen Schuld, die den Menschen von Gott trenne.

Mit scharfer Zuspitzung kritisierte der Geistliche moderne Ideologien und fragte: „Warum strecken wir so bereitwillig die geistlichen Waffen?“ Er warnte vor einem Verlust christlicher Orientierung durch Rationalismus und Materialismus und sprach von einem umfassenden Kulturkampf um Wahrheit und Moral.

In diesem Zusammenhang sprach er etwa von einer „Vergewaltigung der Kinderseele durch Sexalkundeunterricht in der Grundschule“ sowie verpflichtende Gender- und Queer-Themen im Unterricht, Abtreibung und Finanzgeschäfte auf Kosten armer Staaten als Beispiele einer Entwicklung, die den Glauben zurückdränge.

Auch die wachsende Praxis der Urnenbestattung deutete der Erzpriester als geistliches Signal. Hinter der gesellschaftlichen Normalisierung sehe er eine Infragestellung des Glaubens an die leibliche Auferstehung und eine Verschiebung des christlichen Verständnisses von Tod und Ewigkeit.

Abschließend rief er dazu auf, das Evangelium als letzte Möglichkeit zur Umkehr zu begreifen. Das Bild von „Schafen und Böcken“ im Evangelium des Jüngsten Gerichts stehe für die Entscheidung jedes Menschen, sich durch Liebe zum Nächsten auf die Seite Christi zu stellen. Noch sei Zeit für Buße und Vergebung – doch das Gericht bleibe unausweichlicher Teil der christlichen Hoffnung.



Die UOJ berichtete zuvor, dass Priester Daniel Schärer in Zürich predigte: „Es gibt beim Jüngsten Gericht nur eine einzige Frage: Hast du geliebt?“

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