In Köln wurde ein seltener römischer Hausaltar entdeckt
Archäologischer Fund aus der Kölner Innenstadt gibt Einblick in religiöses Leben vor der Christianisierung.
Bei Ausgrabungen auf dem Gelände des künftigen jüdischen Museums MiQua in der Kölner Altstadt haben Archäologen einen seltenen Fund gemacht. Unter dem Areal vor dem Rathaus entdeckten sie ein sogenanntes Lararium, einen privaten römischen Hausaltar aus dem zweiten Jahrhundert. Die Entdeckung ist archäologisch bedeutend, weil ein vergleichbares Stück nördlich der Alpen bisher nicht bekannt war. Darüber berichtete Domradio.
Das etwa 2000 Jahre alte Heiligtum entstand zu einer Zeit, als Köln zum Römischen Reich gehörte und das Christentum noch nicht verbreitet war. In solchen Nischen hielten die Bewohner ihre private Verehrung von Hausgöttern, brachten Opfergaben dar und führten religiöse Handlungen im familiären Rahmen durch. Rußspuren und erhaltene Farbfassungen belegen, dass der Altar über einen längeren Zeitraum genutzt wurde und eine feste Rolle im Alltag der damaligen Bevölkerung spielte.
Der Fund belegt eindrucksvoll die religiöse Vielfalt und die lange stadtgeschichtliche Kontinuität. Das im Bau befindliche Museum MiQua wird künftig römische, jüdische und christliche Epochen an einem Ort vereinen und die Entwicklung Kölns über zwei Jahrtausende hinweg veranschaulichen. Der Hausaltar liefert dafür ein wichtiges Zeugnis aus der vorchristlichen Zeit der Stadt.
Zuvor hat die UOJ berichtet, dass eine Lebensrechtsorganisation klare Grenzen bei Leihmutterschaft forderte.