Bischof Irenei: „Jetzt ist der Moment zur Umkehr“
In der Londoner Kathedrale der Russischen Auslandskirche verband der Hierarch die Themen Gericht, Fastenvorbereitung und Christusbegegnung zu einem Aufruf zur geistlichen Erneuerung
Am Sonntag des Jüngsten Gerichts (15. Februar 2026), der in diesem Jahr mit dem Fest des Einzugs Christi in den Tempel zusammenfiel, predigte Bischof Irenei von London und Westeuropa in der Kathedrale der Geburt der Gottesmutter und der Heiligen Königlichen Märtyrer über Verantwortung vor Gott, Umkehr und das Licht Christi im Leben der Gläubigen, wie die Diözese der russischen Auslandskirche auf ihrer Webseite berichtete.
Im Mittelpunkt der Homilie stand die ungewöhnliche Verbindung zweier bedeutender liturgischer Themen: das kommende göttliche Gericht und die Darstellung des Herrn im Tempel. Bischof Irenei betonte, dass das Bewusstsein um das Jüngste Gericht keine Drohbotschaft sei, sondern eine Einladung zur geistlichen Erneuerung. Gerade vor Beginn der Großen Fastenzeit seien Christen aufgerufen, ihr Leben zu prüfen und sich bewusst Christus zuzuwenden.
Zugleich deutete der Hierarch das Tempelfest als Zeichen der göttlichen Liebe: Christus, der Schöpfer selbst, werde als Kind in den Tempel getragen, damit die Menschheit das Heil empfange. Der greise Simeon erkenne in Ihm das „Licht zur Erleuchtung der Völker“, ein Bild dafür, dass Gottes Gnade allen Menschen offenstehe und den Weg aus der geistlichen Dunkelheit weise.
Am Ende der Liturgie segnete der Bischof gemäß der Tradition des Festes die Kerzen zum Gedächtnis des heiligen Simeon. Die Gläubigen nahmen die gesegneten Lichter mit nach Hause als Erinnerung daran, dass das Licht Christi alle Bereiche ihres Lebens erhellen soll. Anschließend wurde „Viele Jahre“ für die Synode der Russischen Auslandskirche sowie besonders für die neu geweihten Bischöfe Spyridon von Toronto und Michael von Boston ausgerufen.
Im Anschluss an den Gottesdienst fand im Domsaal ein Maslenitsa-Fest vor der Fastenzeit statt, organisiert von der Schwesternschaft der Heiligen Xenia. Neben traditionellen Speisen für die Vorfastenzeit gestalteten Kinder und Jugendliche der Kathedrale ein musikalisches Programm und trugen so zur festlichen Atmosphäre bei.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Archimandrit Spyridon (Gusakov) zum Bischof von Toronto und Vikar der kanadischen ROKA-Diözese geweiht wurde.