Metropolit Arseny verteidigte Entlassung eines Priesters in Bulgarien
Orthodoxe Kirche betont Treue zu Kanones und Tradition nach Synodenbeschluss
Nach der Bestätigung der Absetzung eines ehemaligen bulgarisch-orthodoxen Priesters durch die Heilige Synode hat Metropolit Arseny von Sliven die Entscheidung in einer ausführlichen Ansprache an Klerus und Gläubige seiner Diözese erläutert und vor eigenmächtigen liturgischen Reformen gewarnt. Das bulgarische Patriarchat veröffentlichte die Stellungnahme am 15. Februar 2026 auf seiner Webseite.
In seiner Erklärung bezeichnete der Metropolit die Entlassung aus dem Klerus ohne Exkommunikation als seltenen und schmerzlichen Schritt, der erst nach jahrelangen Ermahnungen und vergeblichen Gesprächen erfolgt sei. Mehrere Geistliche und auch sein Vorgänger, Metropolit Joanikiy, hätten den Priester seit 2018 aufgefordert, Neuerungen im Gottesdienst zu unterlassen und sich an die kirchliche Ordnung zu halten.
Metropolit Arseny berief sich auf das biblische Verfahren der brüderlichen Zurechtweisung (Mt 18,15–17) und erklärte, die Kirche habe alle Möglichkeiten ausgeschöpft, bevor sie die Entscheidung traf. Der Metropolit wies Vorwürfe persönlicher Motive zurück und betonte, es gehe ausschließlich um die Wahrung der kirchlichen Einheit und der kanonischen Tradition.
In theologischen Passagen hob er hervor, dass die Kanones Ausdruck des Glaubens seien und nicht als bloßes Rechtssystem verstanden werden dürften. Eigenmächtige Veränderungen der Liturgie und der Sakramente bezeichnete er als schwerwiegende Abweichung von der überlieferten Praxis der Orthodoxie.
Zugleich rief Arseny die Gläubigen zu Demut, Besonnenheit und Gebet auf. Trotz der Entlassung bleibe der ehemalige Priester Teil der kirchlichen Fürbitte: Die Kirche liebe ihn weiterhin und hoffe auf Umkehr, während sie zugleich klare Grenzen gegenüber „sektiererischem Verhalten“ ziehe.
Die Ansprache steht im Zusammenhang mit einer breiteren Debatte innerhalb der Bulgarisch-Orthodoxen Kirche über liturgische Praxis und kirchliche Autorität. Mit seiner Stellungnahme wollte der Metropolit nach eigenen Worten Verunsicherung unter den Gläubigen entgegenwirken und die Entscheidung der Synode als Akt kirchlicher Verantwortung und nicht als persönliche Maßnahme darstellen.
Die UOJ berichtete zuvor, dass der serbische Kronprinz Philip das Tryphon-Fest mit einem Segen für die neue Weinbausaison beging.