Kürzungen für die Kirche: Bonifatiuswerk warnte vor AfD-Plänen

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Das kirchliche Bonifatiuswerks und die Katholische Kirche befürchten finanzielle Kürzungen im Fall eines AfD-Wahlsiegs in Sachsen-Anhalt. Foto: Patrick Kleibold/Wikipedia Das kirchliche Bonifatiuswerks und die Katholische Kirche befürchten finanzielle Kürzungen im Fall eines AfD-Wahlsiegs in Sachsen-Anhalt. Foto: Patrick Kleibold/Wikipedia

Kirchliches Hilfswerk sieht rechtliche Probleme und gesellschaftliche Folgen bei Abschaffung von Staatsleistungen und Kirchensteuereinzug

Das katholische Bonifatiuswerk warnte im Vorfeld der Landtagswahl vor den kirchenpolitischen Plänen der AfD in Sachsen-Anhalt. Eine Streichung staatlicher Leistungen und des Kirchensteuereinzugs sei teils rechtswidrig und würde soziale Aufgaben auf den Staat verlagern, so der Präsident des Hilfswerks, Manfred Müller. Darüber berichtete das katholische Nachrichtenportal CNA am 5. Februar 2026.

Das Bonifatiuswerk hat scharfe Kritik an kirchenpolitischen Forderungen der Alternative für Deutschland in Sachsen-Anhalt geübt. AfD-Pläne, staatliche Zahlungen an die Kirchen zu streichen und den staatlichen Einzug der Kirchensteuer abzuschaffen, seien nach Einschätzung des Bonifatiuswerks teilweise rechtswidrig. Zudem drohten negative Folgen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, warnte Hilfswerkspräsident Manfred Müller.

Die AfD begründet ihre Forderungen im Entwurf ihres Landeswahlprogramms damit, die großen Kirchen schadeten dem Glauben. Auch die seit der Säkularisation gezahlten Staatsleistungen sollen abgeschafft werden. Den staatlichen Kirchensteuereinzug bezeichnet die AfD als nicht mehr gerechtfertigtes Privileg.

Müller hielt dem entgegen, dass Kirchen mit staatlichen Mitteln zahlreiche Schulen, Kindergärten, Jugendhilfe- und Bildungseinrichtungen betrieben und damit zentrale gesellschaftliche Aufgaben erfüllten. Fielen diese Finanzierungen weg, müssten die Leistungen in weiten Teilen vom Staat übernommen werden – mit höheren Kosten für die öffentliche Hand. Das Bonifatiuswerk warnte vor dem Entzug der finanziellen Grundlage kirchlicher Einrichtungen.

Im Wahlprogrammentwurf positioniert sich die AfD zugleich familien- und gesellschaftspolitisch: Sie fordert ein Baby-Begrüßungsgeld, hält am geltenden Abtreibungskompromiss fest und lehnt eine Herausnahme des Schwangerschaftsabbruchs aus dem Strafgesetzbuch ab. Zudem spricht sich die Partei für eine finanzielle Förderung künstlicher Befruchtung aus – ein Punkt, den die katholische Kirche ablehnt.

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist für September geplant. Umfragen sehen die AfD derzeit als mit Abstand stärkste Kraft weit vorn.

Die UOJ berichtete zuvor, dass eine Zürcher Ex-Politikerin nach Schüssen auf ein Jesusbild zu einer Geldstrafe verurteilt wurde.


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