Metropolit Antonij: „Wir brauchen mehr christliche Liebe unter uns“

24. Dezember, 2025 18:15 Uhr
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Metropolit Antonij von West- und Mitteleuropa wirbt in seiner Weihnachtsbotschaft für gelebte Nächstenliebe, inneren Frieden und geistliche Einheit. Metropolit Antonij von West- und Mitteleuropa wirbt in seiner Weihnachtsbotschaft für gelebte Nächstenliebe, inneren Frieden und geistliche Einheit.

Weihnachtsinterview über Glauben, Frieden, kirchliche Einheit und die Aufgaben der bulgarisch-orthodoxen Kirche in Europa

In einem ausführlichen Weihnachtsinterview mit der Zeitung „Trud“ spricht Metropolit Antonij von West- und Mitteleuropa über die Bedeutung gelebter Nächstenliebe, die Suche nach Frieden in einer von Kriegen geprägten Welt und die pastoralen Herausforderungen der bulgarisch-orthodoxen Diaspora. Er blickt zudem auf das Jahr 2025 zurück und formuliert Hoffnungen für die Zukunft. Das bulgarische Patriarchat veröffentlichte das vollständige Interview auf seiner Webseite.

Metropolit Antonij betont, dass christliche Nächstenliebe mehr erfordere als gute Gefühle zu Feiertagen. Wahre Güte müsse zur Lebensweise werden und sei nur durch Selbstverleugnung, Opferbereitschaft und Gottes Hilfe möglich. Vorbilder dafür seien Christus selbst und die Heiligen, die auch unter Leid und Verfolgung an der Liebe festgehalten hätten.

Angesichts der schwierigen Lage der Christen im Nahen Osten verweist der Metropolit auf das Zeugnis der Märtyrer, deren Treue zu Christus Hoffnung schenke und zeige, dass selbst Leid und Tod die Einheit mit Gott nicht zerstören könnten. Frieden, so Antonij, beginne im Herzen jedes Einzelnen: Ein friedvoller Geist könne mehr bewirken als politische Macht.

Rückblickend auf das Jahr 2025 nennt der Metropolit die Weihe der bulgarischen Kirche „St. Johannes von Rila“ in London sowie Jubiläumsfeiern in Berlin als Höhepunkte. Für die Zukunft stehen der Erwerb und Bau eigener Kirchen, insbesondere ein geplantes geistliches Zentrum in Leipzig, sowie die geistliche Begleitung von Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt.

Zur immer wieder diskutierten Frage einer Union zwischen Rom und Konstantinopel erklärt Antonij, dass Einheit nur durch Gebet, Liebe und einen ernsthaften theologischen Dialog möglich sei. Das Haupt der Kirche sei Christus selbst. Entscheidend sei, menschliche Unterschiede zu überwinden und mehr christliche Liebe untereinander zu leben.

Zur Diözese von Metropolit Antonij gehören die westeuropäischen Länder. In Deutschland gibt es u. a. Gemeinden in Berlin, Hamburg und Stuttgart sowie das Heilige Dreifaltigkeitskloster Buchhagen.

Die UOJ berichtete zuvor, dass die ungarische Regierung den Wiederaufbau des Klosters Srpski Kovin fördert.


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