Georgien entwickelte sich zu einem Zentrum für Leihmutterschaften
Seit Beginn des Ukraine-Krieges ist die Zahl der Leihmutterschaften in Georgien stark gestiegen.
Georgien hat sich seit 2022 zu einem wichtigen internationalen Standort für Leihmutterschaften entwickelt. Zahlreiche Vermittlungsagenturen und Kliniken aus Russland und der Ukraine verlagerten ihre Tätigkeit infolge des Krieges in das Kaukasusland. Nach Angaben der georgischen Behörden stieg die Zahl der Geburten durch Leihmütter von rund 300 im Jahr 2021 auf 1.172 im Jahr 2023. Darüber berichtete die Deutsche Welle am 7. November 2026.
Schätzungen zufolge bieten etwa 19 Kliniken in Georgien entsprechende Dienstleistungen an. Ein Leihmutterschaftsprogramm kostet durchschnittlich zwischen 45.000 und 55.000 Euro, während die beteiligten Frauen Honorare von etwa 18.000 bis 28.000 Euro erhalten. Viele Leihmütter stammen aus Russland, der Ukraine und anderen Ländern. Die vergleichsweise niedrigen Kosten machen Georgien für ausländische Paare besonders attraktiv.
Menschenrechtler und Juristen kritisieren jedoch die unzureichenden gesetzlichen Schutzbestimmungen. Insbesondere die Tätigkeit der Vermittlungsagenturen sei kaum reguliert. Nach Angaben der Rechtsanwältin Nino Bogweradse werden wesentliche Fragen zur medizinischen Versorgung, Vergütung und persönlichen Entscheidungsfreiheit überwiegend durch private Verträge geregelt. Leihmütter könnten demnach nach Beginn des Programms weder frei aussteigen noch das Kind nach der Geburt behalten. Kritiker warnen deshalb vor wirtschaftlicher Ausbeutung und einer Einschränkung der Selbstbestimmung der betroffenen Frauen.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass die ROKA-Gemeinde in Augsburg das Patronatsfest und ihr 90-jähriges Bestehen gefeiert hatte.
