Prager Forscher deutet 3000 Jahre alte Inschriften neu
Die Arbeiten von Jan Dušek beleuchten die politischen und religiösen Verhältnisse im Umfeld biblischer Überlieferungen.
Am 5. November 2026 hat Jan Dušek von der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Karls-Universität Prag neue Ergebnisse seiner Forschungen zu fast 3000 Jahre alten Inschriften vorgestellt. Sie erschließen das historische Umfeld biblischer Überlieferungen. Darüber berichtet die UOJ in Tschechien und der Slowakei; die Karls-Universität veröffentlichte dazu eine Mitteilung.
Die Ergebnisse erschienen in zwei wissenschaftlichen Monografien bei den Verlagen Peeters und Brill. Dušek untersuchte Inschriften aus dem Gebiet des heutigen Syrien und der angrenzenden Regionen. Neue Lesungen und Übersetzungen geben Aufschluss über Herrschaft, Religion und das Zusammenleben in den antiken Königreichen.
Die Studie The Inscriptions from Gerçin behandelt zwei Texte aus dem 8. Jahrhundert vor Christus auf monumentalen Statuen des Gottes Hadad und des Königs Panamuwa II. Durch den Vergleich der Originale mit historischer Fotodokumentation konnte Dušek bisher schwer verständliche Passagen neu deuten.
Die Inschriften enthalten Angaben zur Thronfolge, zur Stabilität der Königreiche und zu den Beziehungen ihrer Herrscher zum Neuassyrischen Reich. Die Statuen wurden Ende des 19. Jahrhunderts nahe Zincirli in der heutigen Südosttürkei entdeckt und gehören zu den Beständen des Vorderasiatischen Museums in Berlin, wie die Fakultät erläutert.
In Old Aramaic Inscriptions and Their Contexts legte der Forscher neue Übersetzungen und Kommentare zu zahlreichen altaramäischen Inschriften vor. Bislang unveröffentlichte Archivunterlagen halfen zudem, die Fundumstände wichtiger Texte aus dem syrischen Sefire teilweise zu klären.
Wie die UOJ bereits berichtete, legten Archäologen in Jerusalem einen Abschnitt des antiken Aquädukts frei, der den Tempelberg mit Wasser versorgte.
