Christen verlassen Taybeh nach Angriffen israelischer Siedler
Nach Angaben des örtlichen Pfarrers hat der christliche Ort im Westjordanland innerhalb von drei Jahren rund zehn Prozent seiner Einwohner verloren.
Am 4. November 2026 berichtete die UOJ unter Berufung auf Christian Today, dass immer mehr Christen den Ort Taybeh im Westjordanland verlassen. Nach Angaben des örtlichen Pfarrers Bashar Fawadleh hat die Gemeinde infolge wiederholter Angriffe israelischer Siedler innerhalb von drei Jahren rund zehn Prozent ihrer Bevölkerung verloren.
Bei einer Veranstaltung in London erklärte der Geistliche, 16 Familien und zahlreiche Einzelpersonen hätten den rund 1.200 Einwohner zählenden Ort verlassen. Er warnte davor, dass das Christentum seine lebendigen Wurzeln im Heiligen Land verlieren könnte.
Bewohner berichten von Sachbeschädigungen, brennenden Autos und Angriffen auf Olivenhaine. Nach ihren Angaben wurde auch versucht, die örtliche Kirche in Brand zu setzen. Fawadleh betonte, die Christen verlangten keine Sonderrechte, sondern den Schutz grundlegender Menschenrechte und Zugang zu ihrem Land.
Im August erklärte die israelische Armee Taybeh nach mehreren gewaltsamen Übergriffen zur geschlossenen Militärzone. Die Maßnahme sollte nach Angaben der Armee die Einwohner schützen. Dem Pfarrer zufolge verschärfen die damit verbundenen Bewegungseinschränkungen jedoch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Für den Weg von und nach Hause müsse er täglich bis zu sieben Stunden aufbringen.
Wie die UOJ bereits berichtete, verurteilten die Patriarchen und Kirchenoberhäupter Jerusalems einen Angriff auf Einwohner Taybehs bei der Olivenernte.
