Erzpriester Dionisij Idavajn: Der Schutz der Gottesgebärerin schenkt Hoffnung
Der Festtag sei nicht nur Erinnerung an ein Wunder der Vergangenheit, sondern Zeichen mütterlicher Fürsprache, Hoffnung und geistlicher Stärkung.
Kirchliche Feiertage eröffnen den Gläubigen die Möglichkeit, geistlich an den Ereignissen der Heilsgeschichte teilzuhaben und deren Bedeutung für das eigene Leben neu zu entdecken. Das betonte Erzpriester Dionisij Idavajn von der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Johannes von Kronstadt in Hamburg in seiner Predigt am 14. Oktober 2026 zum Fest des Schutzes der Allheiligen Gottesgebärerin. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem Telegram-Kanal.
Der Geistliche erklärte, dass kirchliche Feste mehr seien als die Erinnerung an historische Ereignisse oder die Gelegenheit, bestimmte Traditionen zu pflegen. Durch Gottesdienste, Gebet, die Heilige Schrift und die Sakramente könnten die Gläubigen den lebendigen Gott erfahren und die heilbringende Kraft der Ereignisse des Evangeliums für ihr eigenes Leben erschließen. Dies erkläre auch, warum Menschen trotz beruflicher Verpflichtungen, Müdigkeit und alltäglicher Sorgen den Weg in die Kirche suchen.
Im Mittelpunkt der Predigt stand die Überlieferung von der Erscheinung der Gottesgebärerin in der Blachernenkirche in Konstantinopel. Dort soll der heilige Andreas, der Narr in Christo, gemeinsam mit seinem Schüler Epiphanios die Gottesmutter gesehen haben, wie sie ihren Schutzmantel über die betenden Menschen ausbreitete. Dieses Geschehen sei nicht nur als Wunder der Vergangenheit zu verstehen, sondern als Zeichen mütterlicher Fürsprache, der Hoffnung und des Trostes. Auch den Christen unserer Zeit stehe die Fürbitte der Allheiligen Gottesgebärerin offen, wenn sie mit ihren Sorgen, Bitten und Freuden vor sie träten.
Eine wirkliche Begegnung mit Gott führe nicht aus dem Alltag heraus, sondern helfe, in ihn mit erneuerter Kraft zurückzukehren, so Erzpriester Dionisij Idavajn. Die Gläubigen könnten dadurch ihren Herausforderungen mit mehr Geduld, weniger Angst und größerer Hoffnung auf Gottes Hilfe begegnen. Abschließend rief er dazu auf, die gemeinsame Zeit des kirchlichen Gebets wertzuschätzen und im Glauben auf die Barmherzigkeit Gottes und die Fürsprache der Gottesgebärerin zu vertrauen.
Die UOJ berichtete zuvor, dass die rumänisch-orthodoxe Metropolie die zweite Staffel ihres Katecheseprojekts startet.
