Orthodoxe Kirche feiert die Entschlafung der Gottesgebärerin
Das als kleines Pascha bezeichnete Fest beendet das zweiwöchige Entschlafungsfasten und erinnert daran, dass der Tod für den Christen ein Übergang zum ewigen Leben ist.
Am 28. August – dem 15. August nach dem julianischen Kalender – feiert die Orthodoxe Kirche die Entschlafung der Allheiligen Gottesgebärerin, eines der bedeutendsten Feste des Kirchenjahres, das als kleines Pascha bezeichnet wird. Dieser Tag beendet das zweiwöchige Entschlafungsfasten und erinnert die Gläubigen daran, dass der Tod für einen Christen nicht das Ende, sondern der Übergang zum ewigen Leben ist.
Nach der kirchlichen Überlieferung erhielt die Allheilige Jungfrau Maria vom Erzengel Gabriel die Nachricht von ihrem bevorstehenden Heimgang und entschlief in Jerusalem im Kreis der Apostel. Als der Apostel Thomas am dritten Tag zum Grab kam und die Apostel es öffneten, erwies sich der Leib der Mutter Gottes als unverwest – sie war mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden.
Für einen Menschen, der der Kirche fernsteht, kann eine Feier anlässlich des Todes eines Menschen seltsam erscheinen. Der Apostel Paulus schrieb jedoch, dass die Christen „Christus als den Gekreuzigten verkündigen, für die Juden ein Ärgernis und für die Griechen eine Torheit“ (1 Kor 1,23), und gerade diese scheinbare Torheit erweist sich als höchste Weisheit über den Sieg über den Tod. Das Wort „Entschlafung“ selbst geht auf die kirchenslawische Bezeichnung für einen friedlichen, dem Schlaf ähnlichen Tod zurück und gibt den griechischen Begriff „Ruhe“, „Erwachen zum Schlaf“ wieder. Deshalb verbindet das Fest die natürliche menschliche Trauer über den Abschied mit Freude: Die Gottesgebärerin starb nicht, sondern schlief gleichsam ein, um zur ewigen Herrlichkeit zu erwachen.
Theologen erklären die besondere Verehrung der Jungfrau Maria damit, dass sich in ihrer Person die geschaffene und die ungeschaffene Natur vereinigten: Indem sie die Fleischwerdung Gottes, des Wortes, annahm, wurde sie zum Ort der Begegnung des Schöpfers mit der gesamten Schöpfung. Nach kirchlicher Überlieferung wandte sich Christus am Kreuz mit den Worten „Siehe, dein Sohn“ und „Siehe, deine Mutter“ an seine Mutter und den Apostel Johannes den Theologen. Auf dieser Grundlage lehrt die Kirche, dass die Gottesgebärerin in der Person des Apostels Johannes alle Christen als ihre Kinder annahm. Ihr Heimgang war ebenso wie die Geburt des Erlösers schmerzlos, und ihr Leib erfuhr nach dem Zeugnis der Apostel keine Verwesung. Der heilige Gregor Palamas bezeichnete die Gottesgebärerin als über die gesamte Schöpfung Erhabene – als diejenige, durch die Gott Mensch wurde und das Menschengeschlecht die Gotteskindschaft erlangte.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass ein Psalm mit Schreibfehlern einen Soldaten vor Dämonen geschützt hatte.