US-Bundesstaat Massachusetts erlaubt Abtreibungen bis zur Geburt
Neue Regelung überträgt Ärzten die Entscheidung über Schwangerschaftsabbrüche nach der 24. Schwangerschaftswoche.
Die demokratische Gouverneurin des US-Bundesstaates Massachusetts, Maura Healey, hat am 10. August 2026 ein Gesetz unterzeichnet, das die bisherigen gesetzlichen Einschränkungen für Abtreibungen nach der 24. Schwangerschaftswoche aufhebt. Künftig liegt die Entscheidung über einen solchen Eingriff im Ermessen der behandelnden Ärzte. Das Gesetz soll am 8. November in Kraft treten. Darüber berichtete die Wochenzeitung Junge Freiheit auf ihrer Webseite.
Bislang waren Abtreibungen nach der 24. Schwangerschaftswoche nur zulässig, wenn das Leben oder die körperliche beziehungsweise psychische Gesundheit der Mutter gefährdet war oder beim ungeborenen Kind eine lebensbedrohliche Fehlbildung festgestellt wurde. Diese Voraussetzungen entfallen mit der Neuregelung. Healey begründete den Schritt damit, dass medizinische Entscheidungen zwischen Patientinnen und ihren Ärzten getroffen werden sollten und nicht durch staatliche Vorgaben.
Die Gouverneurin verwies zudem auf Fälle, in denen Frauen für einen Schwangerschaftsabbruch in andere Bundesstaaten reisen mussten. Nach ihren Angaben soll die Gesetzesänderung sicherstellen, dass Betroffene auch in schwierigen medizinischen Situationen wohnortnah versorgt werden können.
Kritik kommt unter anderem von der Lebensrechtsorganisation „Massachusetts Citizens for Life“. Deren Vorsitzende Mary Maloney Flynn bezeichnete das Gesetz als weitgehende Freigabe von Schwangerschaftsabbrüchen bis zur Geburt und sprach von einem unzureichenden Schutz ungeborenen Lebens. Hintergrund der Entwicklung ist die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA aus dem Jahr 2022, mit der das Urteil „Roe v. Wade“ aufgehoben und die Gesetzgebung zu Schwangerschaftsabbrüchen den einzelnen Bundesstaaten übertragen wurde.
Mit Massachusetts gibt es nun zehn US-Bundesstaaten ohne gesetzliche Wochenbegrenzung für Schwangerschaftsabbrüche; hinzu kommt der Bundesdistrikt Washington, D.C., in dem ebenfalls keine gesetzliche Frist gilt.
Zuvor berichtete die UOJ, dass die Serbische Kirche eine Reaktion auf die Misshandlung eines Gemeindemitglieds im Kosovo gefordert hatte.