Neues Fach „Christliche Religion“: Niedersachsen setzt auf Vielfalt und Lebensnähe

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Das neue Fach „Christliche Religion“ soll ab dem Schuljahr 2026/27 den bisherigen konfessionellen Unterricht in Niedersachsen schrittweise ablösen. Foto: Freepik.com Das neue Fach „Christliche Religion“ soll ab dem Schuljahr 2026/27 den bisherigen konfessionellen Unterricht in Niedersachsen schrittweise ablösen. Foto: Freepik.com

Gemeinsamer Religionsunterricht von evangelischer und katholischer Kirche soll ab 2026/27 starten

Das Bundesland Niedersachsen plant eine grundlegende Reform des Religionsunterrichts: Ein neues gemeinsames Fach „Christliche Religion“ soll stärker auf die Lebenswelt junger Menschen eingehen und den Umgang mit religiöser Vielfalt fördern. Kritik an einem angeblich fehlenden Jesus-Bezug weist die Kultusministerin zurück, wie das katholische Nachrichtenpoartal domradio.de am 22. Mai 2026 berichtete.

Der Religionsunterricht in Niedersachsen wird neu ausgerichtet. Kultusministerium sowie evangelische und katholische Kirche stellten entsprechende Lehrpläne für das bundesweit einzigartige Fach „Christliche Religion“ vor. Ziel sei es, Schülerinnen und Schülern Orientierung zu geben, Perspektivwechsel zu ermöglichen und Verantwortungsbewusstsein zu fördern, erklärte Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne). Die Einführung ist zum Schuljahr 2026/27 geplant, zuvor muss der Landtag zustimmen.

Mit dem neuen Fach reagieren Kirchen und Politik auf die zunehmende religiöse und weltanschauliche Vielfalt an Schulen. Die bisherigen konfessionellen Fächer sollen schrittweise ersetzt werden. Inhaltlich rücken Fragen der Lebenswirklichkeit stärker in den Mittelpunkt – etwa Identität, Gemeinschaft oder der Umgang mit Leid und Tod. Diese Themen werden aus christlicher Perspektive behandelt und zugleich mit anderen religiösen und philosophischen Sichtweisen verknüpft.

Unterschiede zwischen katholischer und evangelischer Tradition bleiben weiterhin Teil des Unterrichts, etwa beim Papstamt oder der Sakramentenlehre. Zugleich betonen die Verantwortlichen die gewachsenen Gemeinsamkeiten beider Konfessionen. Vertreter beider Kirchen unterstrichen die Bedeutung religiöser Bildung für gesellschaftlichen Zusammenhalt, insbesondere angesichts aktueller Krisen und zunehmenden Fundamentalismus.

Kritik, der Name Jesus komme in den Lehrplänen zu selten vor, wies Hamburg zurück und sprach von einer Fehlinterpretation. Biblische Inhalte und Gleichnisse seien weiterhin zentraler Bestandteil. Der Religionsunterricht bleibe bekenntnisgebunden, stehe aber auch Schülern anderer Religionen oder ohne Konfession offen. Derzeit nehmen rund 65 Prozent der Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen am Religionsunterricht teil.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Priester Alexej Veselov für eine bewusste Vorbereitung auf Ehe und Familie plädierte.

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