Hilfswerk Open Doors: Christen im Iran nach Kriegsbeginn stärker bedroht
Wachsender Druck auf christliche Minderheit und zunehmender Repression gegen Konvertiten befürchtet
Nach Beginn der militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA, Israel und dem Iran sieht das christliche Hilfswerk Open Doors die Lage für Christen im Land deutlich verschärft. Besonders Konvertiten vom Islam zum Christentum geraten verstärkt ins Visier der Behörden, wie die Organisation am 3. März 2026 auf ihrer Webseite mitteilte.
Das christliche Hilfswerk Open Doors warnt angesichts des eskalierenden Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran vor einer zunehmenden Gefährdung der christlichen Minderheit im Land. Nach Angaben der Organisation werden Christen vom iranischen Regime verstärkt als Sicherheitsrisiko betrachtet und in der aktuellen Krisensituation als mögliche Sündenböcke dargestellt. Hintergrund ist der Beginn militärischer Auseinandersetzungen, bei denen bereits am ersten Kriegstag der geistliche und politische Führer der Islamischen Republik, Ayatollah Ali Khamenei, getötet wurde.
Besonders schwierig ist die Lage für Untergrundgemeinden, da staatlich angeordnete Internetabschaltungen die Kommunikation erheblich einschränken. Treffen in sogenannten Hauskirchen sind unter den aktuellen Sicherheitsbedingungen kaum möglich. Im Fokus der Behörden stehen vor allem Konvertiten vom Islam zum Christentum, die nach iranischem Recht als Abtrünnige gelten. Zwar sind armenische und assyrische Kirchen offiziell anerkannt, stehen jedoch unter strenger staatlicher Überwachung.
Menschenrechtsorganisationen dokumentieren seit Jahren eine zunehmende Repression gegen Christen im Iran. Laut der Organisation Article 18 wurden im Jahr 2025 mindestens 254 Christen wegen ihres Glaubens festgenommen. Im Weltverfolgungsindex 2026 von Open Doors belegt der Iran Platz zehn. Zugleich hoffen viele aus dem Land geflohene Konvertiten auf eine Rückkehr, sollte sich die Lage künftig verbessern.
„Open Doors“ ist ein überkonfessionelles christliches Hilfswerk, das sich in rund 60 Ländern der Welt für Christen einsetzt, die aufgrund ihres Glaubens benachteiligt oder verfolgt werden. Die deutsche Niederlassung des internationalen Werkes befindet sich in Kelkheim bei Frankfurt am Main. „Open Doors“ hat seit 2003 das Spendensiegel der Deutschen Evangelischen Allianz.
Die UOJ berichtete zuvor, dass die Klosterbruderschaft auf Schloss Seyfriedsberg Werkstätten einrichtete und den Ausbau des künftigen Klosterstandorts weiter vorantreibt.