Diakon Igor Willimowski: „Gott schaut tiefer – in das Herz des Menschen“
Der Geistliche deutete das Evangelium vom Zöllner und Pharisäer als Aufruf zur ehrlichen Selbstprüfung
Am 1. Februar 2026 predigte Diakon Igor Willimowski in der russisch-orthodoxen St.-Barbara-Kirche (ROK) über das Gleichnis vom Zöllner und Pharisäer. In seiner Auslegung stellte er den Gegensatz von äußerlicher Frömmigkeit und innerer Herzenshaltung heraus und betonte, dass vor Gott nicht religiöse Leistung, sondern Demut und ehrliche Reue zählen. Die Gemeinde veröffentlichte die Ansprache auf ihrem YouTube-Kanal.
Ausgehend von einem anschaulichen Vergleich verdeutlichte der Diakon den Unterschied zwischen äußerem Anschein und innerer Wirklichkeit. Der Pharisäer im Lukasevangelium (18,10–14) erscheine nach außen als vorbildlicher Gläubiger, der fastet, spendet und die Gebote kennt. Doch hinter dieser Fassade stehe Hochmut: Er erhebe sich selbst und verachte den Zöllner neben sich im Tempel.
Mit Verweis auf den heiligen Gregor den Großen erläuterte der Diakon, dass selbst viele Tugenden wertlos würden, wenn ein einziger „Zugang“ – der Stolz – unbewacht bleibe. Gott, so der Prediger, schaue nicht auf äußere Leistungen, sondern in die Tiefe des Herzens und auf die wahren Beweggründe menschlichen Handelns.
Demgegenüber stehe der Zöllner, der seine Schuld erkenne und aus dem Herzen um Erbarmen bitte. Gerade diese Demut rechtfertige ihn vor Gott. Die Predigt knüpfte damit an die biblische Linie an, dass Gott den Hochmütigen widersteht, den Demütigen aber erhöht.
Abschließend rief der Geistliche zu persönlicher Standortbestimmung und innerer Korrektur auf – besonders mit Blick auf die bevorstehende Fastenzeit. Das Herzens- und Jesusgebet sowie die tägliche Gewissenserforschung könnten helfen, pharisäische Haltungen zu erkennen und zu überwinden.
Die UOJ berichtete zuvor, dass die serbisch-orthodoxe Gemeinde zur Kreuzverehrung in den Limburger Dom einlädt.