Staatsanwaltschaft ermittelt nach Suizid eines Aktivisten
Nach dem Suizid des Aktivisten Florian Villet in Köln prüft die Staatsanwaltschaft den Verdacht auf fahrlässige Tötung und ermittelt gegen den Schatzmeister einer Sterbehilfeorganisation.
Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt nach dem Suizid des Sterbehilfeaktivisten Florian Willet gegen einen Arzt und eine führende Mitarbeiterin der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS). Willet hatte sich im Mai 2025 im Alter von 47 Jahren in Köln das Leben genommen. Die Ermittlungen wurden nach Medienberichten nun offiziell bestätigt. Darüber berichtete Spiegel.
Die Ermittlungen konzentrieren sich auf einen Kölner Arzt und die Schatzmeisterin der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS). Gegen beide Personen läuft ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Totschlags in mittelbarer Täterschaft. Ihnen wird vorgeworfen, Sterbehilfe geleistet zu haben, obwohl der Verstorbene an einer schweren psychischen Erkrankung litt. Nach Einschätzung der Ermittler könnte diese Erkrankung seine Fähigkeit beeinträchtigt haben, einen freien und eigenverantwortlichen Entschluss zum Suizid zu fassen.
Mitte Januar führten Beamte Durchsuchungen bei den Beschuldigten durch. Dabei wurden umfangreiche Unterlagen und elektronische Geräte wie Mobiltelefone beschlagnahmt, deren Auswertung derzeit noch läuft. Medienberichten zufolge legen ärztliche Dokumente nahe, dass der Verstorbene in der Zeit vor seinem Tod unter schwerwiegenden psychischen Problemen litt. Eine formelle Anklageerhebung steht bislang noch aus. Wie in jedem Ermittlungsverfahren gilt auch hier für alle Beteiligten die rechtliche Unschuldsvermutung.
Zuvor hat die UOJ berichtet, dass US-Regierung Aussetzung der Klage gegen Abtreibungspillen beantragte.