„Das Ziel der Kunst ist es, den Menschen auf den Tod vorzubereiten“
Photisis-TV-Videoessay über Andrei Tarkowski, Tod, Erinnerung und den Ikonenmaler Andrei Rubljow
Der orthodoxe Medienkanal Photisis TV hat am 17. Januar 2026 auf seinem YouTube-Kanal ein neues Video veröffentlicht: Ein Videoessay über den russischen Regisseur Andrei Tarkowski, das sein filmisches Werk als spirituelle Suche nach Sinn, Wahrheit und dem Menschen vor Gott deutet.
Das Video zeichnet Andrei Tarkowskis (1932–1986) Weg von frühen Arbeiten wie „Die Straßenwalze und die Geige“ und „Iwans Kindheit“ bis zu zentralen Werken wie „Andrei Rubljow“, „Solaris“, „Der Spiegel“ und „Stalker“ nach. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Filmhandlung im klassischen Sinn, sondern Tarkowskis Verständnis von Kunst als geistiger Aufgabe. Seine Filme werden als innere Landschaften beschrieben, in denen Erinnerung, Zeit, Gewissen und Opfer zu Ausdrucksformen einer tieferen spirituellen Wirklichkeit werden.
Besonders hervorgehoben wird Tarkowskis Film „Andrei Rubljow“ über den mittelalterlichen Ikonenmaler. An dessen Gestalt macht das Video deutlich, wie eng für Tarkowski künstlerische Schöpfung und geistliches Leben verbunden sind. Der Ikonenmaler erscheint nicht als individueller Selbstdarsteller, sondern als Diener, durch den das Ewige hindurchscheint. Ikonen werden als „Fenster zum Himmelreich“ verstanden, die selbst in Zeiten von Leid, Gewalt und Tod von göttlicher Schönheit und Hoffnung zeugen.
Ein zentrales Thema des Essays ist der Tod. Nach Tarkowskis eigener Überzeugung besteht das Ziel der Kunst nicht darin, Ideen zu vermitteln, sondern den Menschen auf den Tod vorzubereiten. Kunst soll die Seele „pflügen“, sie öffnen für das Gute und auf die Ewigkeit ausrichten. In Filmen wie „Der Spiegel“ und „Nostalghia“ wird die Zeit nicht als lineare Abfolge von Sekunden gezeigt, sondern als geistige Gegenwart, in der Vergangenheit, Reue, Liebe und Erinnerung ineinander übergehen.
Abschließend deutet das Video Tarkowskis gesamtes Werk als eine Form des Gebets. In einer Welt, die sich zunehmend am Materiellen orientiert, sieht Tarkowski im künstlerischen Schaffen einen Akt des Glaubens und der Hoffnung. Durch die Opferbereitschaft, die Liebe und die schöpferische Kraft des Menschen könne Gott in der Welt gegenwärtig werden. So wird Kunst zur Liturgie und zum Ort der Begegnung zwischen Mensch, Tod und Gott.
Die UOJ berichtete zuvor, dass die Ikone der Dreihändigen Gottesgebärerin aus dem Kloster Hilandar in Wien eingetroffen ist.