Brasilien: Veterinärstudentin wegen Kritik an Gender-Ideologie vor Gericht
Ein Gerichtsverfahren gegen die Studentin Isadora Borges wegen Social-Media-Beiträgen zur Genderfrage sorgt in Brasilien für eine breite Diskussion über die Grenzen der Meinungsfreiheit.
In Brasilien muss sich die Veterinärstudentin Isadora Borges wegen Äußerungen in sozialen Medien strafrechtlich verantworten. Ihr drohen mehrere Jahre Haft wegen Kritik an der Gender-Ideologie. Unterstützer sehen darin einen Fall politisch motivierter Zensur, während andere auf bestehende Gesetze zum Schutz vor Diskriminierung verweisen. Darüber berichtete das katholische Nachrichtenportal kath.net.
Eine brasilianische Studentin steht wegen zweier Beiträge auf der Plattform X aus dem Jahr 2020 vor Gericht. In den Kommentaren äußerte sie ihre kritische Haltung zur Genderideologie. Unter anderem schrieb sie, „Transgender-Frauen“ seien „offensichtlich als Männer geboren worden“. In einem weiteren Beitrag erklärte sie, eine Person, die sich als transgender identifiziere, behalte ihre Geburts-DNA; Operationen, Hormone oder Kleidungsänderungen könnten diese biologische Realität nicht verändern.
Die Äußerungen lösten online heftige Reaktionen aus. Eine Politikerin erstattete Anzeige bei der Bundespolizei, woraufhin Ermittlungen aufgenommen wurden. Der Studentin werden zwei Fälle von „Transphobie“ vorgeworfen, auf die jeweils mehrjährige Haftstrafen stehen. Die Hauptverhandlung wurde für Februar angesetzt.
Hintergrund ist eine Entscheidung des Obersten Bundesgerichts von 2019, die homophobe und transphobe Handlungen rechtlich dem Straftatbestand des Rassismus gleichstellte. Befürworter sehen darin einen notwendigen Schutz vor Diskriminierung, Kritiker warnen hingegen vor möglichen Einschränkungen der freien Meinungsäußerung.
Die Organisation ADF International unterstützt die Angeklagte juristisch und bezeichnet das Verfahren als Beispiel für eine zunehmende Kriminalisierung friedlicher Online-Meinungen. Der Fall reiht sich in mehrere Verfahren gegen Influencer, Aktivisten und religiöse Autoren ein und verstärkt die gesellschaftliche Debatte über die Balance zwischen Antidiskriminierungsgesetzen und Meinungsfreiheit in Brasilien.
Die UOJ berichtete zuvor, dass die russische Auslandskirche ein russischsprachiges Theologisches Institut in Europa plant.
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