Erzbischof Tichon von Rusa feierte Himmelfahrts-Liturgie in Wertheim
Erste bischöfliche Liturgie seit 20 Jahren – Predigt über Vollendung des Erlösungswerks und Bedeutung der Zeit zwischen Ostern und Himmelfahrt
Am 21. Mai 2026 hat Erzbischof Tichon von Rusa, Administrator der Diözese für Berlin und Deutschland der Russischen Orthodoxen Kirche, in der Pfarrei der Großmärtyrerin Irene in Wertheim die Göttliche Liturgie zum Fest Christi Himmelfahrt gefeiert. Es war der erste Besuch eines Bischofs seit der Gründung der Gemeinde vor rund zwei Jahrzehnten, wie die Diözese auf ihrer Webseite berichtete.
In seiner Predigt stellte Erzbischof Tichon die Himmelfahrt Christi in den Zusammenhang der gesamten Heilsökonomie von Ostern bis zum vierzigsten Tag. Die Zeit zwischen Auferstehung und Himmelfahrt sei eine Phase der Offenbarung, in der der auferstandene Christus seinen Jüngern das Verständnis für das Reich Gottes erschlossen und sie auf ihre Sendung vorbereitet habe. Damit bilde sie den Übergang von der sichtbaren Gegenwart Christi hin zum Leben der Kirche.
Zugleich betonte er, dass mit der Himmelfahrt das Werk Christi auf Erden vollendet sei. Der Sieg über Sünde, Tod und das Böse sei errungen, und die Trennung zwischen Himmel und Erde aufgehoben worden. Christus kehre zum Vater zurück, nicht als Abwesenheit, sondern als Erhöhung der menschlichen Natur, die nun Anteil an der göttlichen Herrlichkeit habe.
Die eigentliche Bedeutung des Festes liege darin, dass der Weg zum Himmel für den Menschen geöffnet worden sei. Nicht ein irdischer Ort, sondern die Gemeinschaft mit Gott sei das Ziel, zu dem Christus die Menschheit zurückführe. Diese Perspektive präge das Leben der Gläubigen bis heute: Der Glaube an Christus und die Ausrichtung des Lebens auf das Evangelium seien Voraussetzung für die Teilhabe am ewigen Leben.
Abschließend hob der Erzbischof hervor, dass Christus trotz seiner Himmelfahrt in der Kirche gegenwärtig bleibe. In Sakramenten, Evangelium und kirchlichem Leben sei der Weg zum Heil weiterhin zugänglich. Die Gläubigen seien aufgerufen, in der Hoffnung der Auferstehung zu leben und diese durch ihr Handeln zu bezeugen.
Die UOJ berichtete zuvor, dass ein katholischer Geistlicher wegen seiner Aussagen im Schulunterricht freigestellt wurde.