Diakon Igor Willimowski: Das Wort Gottes soll im Herzen Frucht bringen
Predigt in der russisch-orthodoxen St.-Barbara-Kirche zu Krefeld über das Gleichnis vom Sämann und die Voraussetzungen für ein fruchtbares Glaubensleben.
Am 1. November 2026 predigte Diakon Igor Willimowski in der russisch-orthodoxen St.-Barbara-Kirche zu Krefeld über das Gleichnis vom Sämann (Lk 8, 5–15). Er erläuterte, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit das Wort Gottes im Menschen Wurzeln schlägt und geistliche Früchte hervorbringt. Dabei verwies er auf die Bedeutung eines beständigen Glaubens, der Überwindung von Sünden und der regelmäßigen Teilnahme an den Sakramenten der Beichte und Eucharistie. Die Gemeinde veröffentlichte die Ansprache auf ihrem YouTube-Kanal.
Ausgehend vom Bild eines Gärtners, der Samen aussät, aber nicht überall eine Ernte erzielt, übertrug Diakon Igor Willimowski das Gleichnis auf das Glaubensleben. Wie Samen auf hartem Boden, unter Dornen oder auf steinigem Grund nicht gedeihen könnten, müsse auch der Mensch sein Herz bereiten, damit Gottes Wort Frucht bringe. Voraussetzung dafür sei zunächst der Glaube. Darüber hinaus müsse das Evangelium nicht nur mit Freude aufgenommen werden, sondern auch dauerhaft Wurzeln schlagen. Gerade in Zeiten persönlicher Schwierigkeiten und Bedrängnisse gelte es, im Glauben standhaft zu bleiben. Als Vorbild nannte der Diakon den gerechten Hiob, der trotz des Verlustes seines Besitzes, seiner Familie und seiner Gesundheit Gott nicht den Rücken gekehrt habe.
Eine weitere Gefahr für das geistliche Leben seien die Sorgen, der Reichtum und die Vergnügungen des Alltags, die den Glauben ersticken könnten. Häufig würden weltliche Verpflichtungen und vermeintlich dringende Aufgaben in den Vordergrund rücken, während das geistliche Leben aufgeschoben werde. Der Prediger mahnte deshalb, die verbleibende Lebenszeit zu nutzen, um das eigene Herz von Sünden, Eigenwillen und allem zu reinigen, was das Wachstum des Glaubens behindere.
Als konkrete Hilfen zur Bereitung des Herzens bezeichnete der Geistliche in seiner Predigt die beiden Sakramente der Buße und der Eucharistie. Durch die Beichte könnten die eigenen Sünden erkannt, bekannt und mit Gottes Hilfe überwunden werden. Die Eucharistie wiederum sei die geistliche Nahrung, die der Same des Wortes Gottes zum Wachsen und Gedeihen benötige. Die regelmäßige Teilnahme an den Sakramenten bilde daher eine wesentliche Grundlage für ein fruchtbares Glaubensleben.
Abschließend betonte Diakon Igor Willimowski, dass der Weg zum Heil Ausdauer und Anstrengung erfordere. Die Gemeinschaft mit anderen Gläubigen helfe dabei, sich gegenseitig zu stärken und Hindernisse zu überwinden. Zugleich dürften Schwierigkeiten nicht zu Pessimismus oder Verzagtheit führen: Gott selbst stehe den Menschen bei und könne jederzeit im Gebet angerufen werden. „Gott ist mit uns“, schloss der Diakon seine Predigt.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass Patriarch Daniil dazu aufgerufen hatte, Meinungsverschiedenheiten in der Kirche durch Dialog zu überwinden.
