Erzbischof Tichon predigte zum Patronatsfest in Leipzig über die Feindesliebe
In der Gedenkkirche des heiligen Metropoliten Alexius von Moskau rief der Administrator der Berliner Diözese zu Vergebung, Nächstenliebe und Gebet auf.
Am 18. Oktober 2026, dem 20. Sonntag nach Pfingsten, feierte Erzbischof Tichon von Rusa, Administrator der Diözese Berlin und Deutschland der Russischen Orthodoxen Kirche, die Göttliche Liturgie zum Patronatsfest der Gedenkkirche des heiligen Alexius, Metropolit von Moskau, in Leipzig. Mit ihm dienten Erzpriester Georgiy Antoniuk, Dekan des Ostbezirks, der örtliche Pfarrer Erzpriester Alexij Tomiouk sowie Protodiakon Vitalii Sadakov. Bereits am Vorabend hatte der Erzbischof die Vigil geleitet, wie die Diözese berichtete.
In seiner Predigt legte Erzbischof Tichon die sonntägliche Evangelienlesung aus Lukas 6,31–36 aus und betonte die Liebe als wesentliches Kennzeichen des christlichen Glaubens. Christus fordere dazu auf, andere so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte, nicht zu richten und zu vergeben. Diese Haltung müsse auch gegenüber Menschen gelten, die einem feindlich gesinnt seien. Feindesliebe zeige sich darin, Böses nicht mit Rache zu beantworten, sondern Gutes zu tun, Geduld zu üben und für die Gegner zu beten. Anhand von Beispielen aus dem Leben der Heiligen verdeutlichte der Erzbischof die verwandelnde Kraft eines solchen Gebets.
Nach der Liturgie wurde der heilige Alexius mit Gebet und Lobgesang verherrlicht. Anschließend zog die Gemeinde in einer Prozession in die Krypta der Gedenkkirche, wo Erzbischof Tichon einen Gedenkgottesdienst für die russischen Offiziere und Soldaten feierte, die 1813 in der Völkerschlacht bei Leipzig gefallen waren und deren Gebeine 1913 unter der Kirche beigesetzt wurden. Zum Abschluss gestalteten die Sonntagsschüler ein Programm zur Geschichte der Kirche und ihrer Weihe; außerdem wurden die Gewinner eines Kindermalwettbewerbs ausgezeichnet. Die Feier endete mit einem gemeinsamen Essen.
Die UOJ berichtete zuvor, dass die Russische Orthodoxe Kirche im Ausland mit einer Konferenz des 50. Todestags von Erzbischof Nikodim gedachte.
