Heiliger Stuhl unterstützt UN-Initiative für Moratorium bei Leihmutterschaft
Gemeinsame Erklärung mit Italien, Chile und Kamerun fordert Aussetzung der Praxis als Schritt zu einem internationalen Verbot
Der Heilige Stuhl hat gemeinsam mit Italien, Chile und Kamerun beim UN-Menschenrechtsrat in Genf, Schweiz, eine politische Erklärung für ein internationales Moratorium der Leihmutterschaft vorgestellt. Die Initiative sieht eine vorübergehende Aussetzung der Praxis als Zwischenschritt zu einem völkerrechtlich bindenden Verbot vor. Darüber berichtete das katholische Nachrichtenportal CNA am 24. Juni 2026.
Die Erklärung wurde im Rahmen einer Nebenveranstaltung der 62. Sitzung des UN-Menschenrechtsrats präsentiert. Anlass war unter anderem ein neuer Bericht der UN-Sonderberichterstatterin für Gewalt gegen Frauen und Mädchen, Reem Alsalem, die Leihmütter als besonders schutzbedürftige Gruppe einstuft und die Initiative der vier Mitveranstalter unterstützte. Die Erklärung verweist auf menschenrechtliche, ethische und rechtliche Fragen, insbesondere bei kommerzieller und grenzüberschreitender Leihmutterschaft.
Während Italien die Leihmutterschaft bereits seit 2004 verbietet und seit 2024 auch Auslandsaufträge italienischer Staatsbürger unter Strafe stellt, wird in Chile ein entsprechendes Verbot derzeit parlamentarisch beraten. Bei der anschließenden Sitzung des Menschenrechtsrats lehnten jedoch mehrere Staaten, darunter 26 EU-Mitgliedstaaten unter Führung Irlands sowie Kanada und Mexiko, strengere internationale Vorgaben ab.
Der Heilige Stuhl hatte sich bereits im März 2026 bei den Vereinten Nationen in New York gegen Leihmutterschaft ausgesprochen. Erzbischof Gabriele Caccia verwies dabei auf die Position von Papst Leo XIV., wonach Leihmutterschaft die Würde von Mutter und Kind verletze, da sie den menschlichen Körper und das Kind zur Ware mache.
Die UOJ berichtete zuvor, dass in Regensburg eine neue antiochenisch-orthodoxe Gemeinde entsteht.