Priester Matthias Fröse: „Nicht Leistung, sondern Hinwendung zählt“

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Priester Matthias Fröse sprach in seiner Pfingstpredigt über den geistlichen Durst des Menschen und die Hinwendung zu Gott. Foto: Screenshot YouTube Priester Matthias Fröse sprach in seiner Pfingstpredigt über den geistlichen Durst des Menschen und die Hinwendung zu Gott. Foto: Screenshot YouTube

Predigt zum Pfingstfest in Meisenheim über den Durst der Seele und den Heiligen Geist

Zum Pfingstsonntag (31. Mai 2026) sprach Priester Matthias Fröse von der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Christophorus in Mainz in der Außenstelle Meisenheim über den geistlichen Durst des Menschen und die Antwort Christi darauf. Die Predigt wurde auf dem YouTube-Kanal der Gemeinde veröffentlicht.

Im Zentrum der Predigt steht das Wort Jesu aus dem Johannesevangelium: „Wenn jemand dürstet, komme er zu mir und trinke“. Priester Matthias Fröse deutet den Durst nicht als bloßes Gefühl, sondern als existenziellen Mangel, der den Menschen antreibt. Gerade in einer Zeit äußerer Fülle – geprägt von Informationen, Unterhaltung und ständiger Erreichbarkeit – bleibe die innere Leere oft bestehen. Viele suchten Erfüllung in Ablenkung, Konsum oder digitaler Reizüberflutung, ohne dass der tiefere Durst der Seele gestillt werde.

Der Priester betont, dass dieser Durst letztlich auf Gott selbst verweise: auf die Sehnsucht nach Wahrheit, Vergebung, Frieden und echtem Leben. Christus fordere keine Vorleistung, sondern lade jeden ein, der seine Bedürftigkeit erkennt. Der Beginn des geistlichen Lebens liege nicht in Selbstoptimierung, sondern in der Hinwendung zu Gott. Pfingsten zeige, dass die Kirche und auch das persönliche Glaubensleben nicht aus menschlicher Anstrengung, sondern aus der Gabe des Heiligen Geistes lebten.

Ausführlich beschreibt der Geistliche verschiedene Formen dieses Durstes – etwa nach Anerkennung, Sicherheit, Gerechtigkeit und Reinheit – und warnt davor, diese ausschließlich auf menschlicher Ebene stillen zu wollen. Ohne Bezug zu Gott führten sie oft zu Unruhe, Angst oder Bitterkeit. Das „lebendige Wasser“, von dem Christus spricht, sei hingegen der Heilige Geist selbst, der den Menschen innerlich erneuere, Gebet ermögliche und aus Schwäche Zeugnis wachsen lasse.

Abschließend ruft die Predigt zu konkreten geistlichen Schritten auf: innehalten statt sofortiger Ablenkung, ehrliches Gebet inmitten des Alltags, Stille vor Gott sowie Umkehr und Beichte. Pfingsten sei nicht nur ein historisches Ereignis, sondern eine gegenwärtige Einladung, die eigene Seele neu auf Gott auszurichten und aus der Quelle des Lebens zu schöpfen.

Die UOJ berichtete zuvor, dass das Oberhaupt der Metropolie von Bessarabien der Rumänischen Kirche zurücktritt.

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