Frauen als Zeuginnen der Wahrheit und Vorbilder des Glaubens
Predigt von Erzpriester Matthias Zierenberg über die geistliche Bedeutung weiblicher Glaubensstärke und die Begegnung Christi mit der Samariterin
In seinem Predigt zum Sonntag der Samariterin, dem 10. Mai 2026, in der deutschsprachigen serbisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Lubentius in Limburg-Dietkirchen sprach Erzpriester Matthias Zierenberg über die besondere Rolle der Frauen in der Kirche sowie über die geistliche Tiefe der Begegnung Christi mit der Samariterin. Die Gemeinde veröffentlicht die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.
Erzpriester Matthias Zierenberg betonte, dass Frauen in der Heilsgeschichte und im Leben der Kirche eine herausragende Stellung einnehmen. Ausgehend von der Gottesmutter Maria als „Erste unter den Frauen“ schilderte er, wie Frauen durch ihre Hingabe, Treue und geistliche Klarheit entscheidend zum Verständnis des Glaubens beitrugen. Beispiele wie Maria Magdalena oder die Myrrhenträgerinnen zeigten, dass Frauen zu den ersten Zeuginnen der Auferstehung gehörten.
Im Zentrum der Predigt stand die biblische Gestalt der Samariterin am Jakobsbrunnen (Joh 4,5-42). Zierenberg hob hervor, dass sie gesellschaftliche Konventionen überschreite, um zur Wahrheit zu gelangen. Ihre Offenheit im Gespräch mit Christus und ihre Bereitschaft, ihr Leben zu hinterfragen, macht sie zu einem Vorbild theologischer Erkenntnis. Sie stellen die richtigen Fragen und hören auf die Antworten Gottes – ein entscheidendes Merkmal echten Glaubens.
Zugleich deutete der Prediger die Begegnung mit Christus als Aufruf zur Umkehr. Das „lebendige Wasser“, das Christus bietet, sei nur dort zugänglich, wo der Mensch bereit ist, sein Leben zu ordnen und sich der Wahrheit zu stellen. Die Samariterin erkenne dies und werde dadurch selbst zur Verkünderin, die ohne Scheu von ihrer Begegnung mit Christus berichtet.
Abschließend weitete der Geistliche den Blick auf das Verständnis der Kirche selbst: Diese sei als „Braut Christi“ zu verstehen, die von Gott empfängt und ihn in sich trägt. Liturgische Bilder wie Berg, Altar und Priestertum seien Ausdruck dieser Beziehung. Ziel des geistlichen Lebens sei es jedoch, über diese Bilder hinaus zur wahren Anbetung „im Geist und in der Wahrheit“ zu gelangen.
Die UOJ berichtete zuvor, dass in München der Abschluss der ROKA-Konferenz „Erbe und Berufung“ stattfand.