München: ROKA-Diözese zieht Bilanz zum 100-jährigen Bestehen

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Diskussionsrund mit (v. l.) Erzpriester Stefanos Athanasiou, Cornelia Hayes, Dr. Anastasia Limberger, Verleger Johannes Wolf und Erzpriester Nikolai Artemoff. Foto: ROKA Diskussionsrund mit (v. l.) Erzpriester Stefanos Athanasiou, Cornelia Hayes, Dr. Anastasia Limberger, Verleger Johannes Wolf und Erzpriester Nikolai Artemoff. Foto: ROKA

Abschluss der Konferenz „Erbe und Berufung“ auf Schloss Blutenburg im Zeichen von Geschichte, Identität und Zukunftsfragen

Mit einem breit gefächerten Programm ist am dritten Tag die internationale wissenschaftliche Konferenz „Erbe und Berufung“ auf Schloss Blutenburg zu Ende gegangen. Die Tagung stand im Zeichen des 100-jährigen Bestehens der Deutschen Diözese der Russisch-Orthodoxen Kirche im Ausland (ROKA) und widmete sich zum Abschluss insbesondere historischen, gesellschaftlichen und aktuellen kirchlichen Fragestellungen, wie die Diözese auf ihrem Telegram-Kanal berichtete.

Der letzte Konferenztag in München begann mit Vorträgen zur Nachkriegszeit und zum Kalten Krieg. Im Mittelpunkt standen dabei die rechtliche Stellung der Diözese in Deutschland sowie ihr Verhältnis zum Moskauer Patriarchat. Referenten beleuchteten die Herausforderungen, mit denen sich die russisch-orthodoxe Diaspora in einem politisch gespaltenen Europa konfrontiert sah, und zeigten Entwicklungen im kirchlichen Selbstverständnis auf.

Im weiteren Verlauf rückten die gesellschaftliche Rolle sowie die kirchenpolitische und missionarische Tätigkeit der Diözese in den Fokus. Dabei wurde deutlich, wie stark sich die Gemeinden im Spannungsfeld zwischen Integration in die westliche Gesellschaft und Bewahrung ihrer geistlichen Tradition bewegen. Die Beiträge zeichneten ein differenziertes Bild der kirchlichen Arbeit, die sowohl pastoral als auch kulturell geprägt ist.

Am Nachmittag widmete sich der letzte Vortragsblock soziologischen und kulturellen Themen. Diskutiert wurden unter anderem die Entwicklung russischer Kirchenarchitektur in Deutschland, Fragen der Übersetzung liturgischer Texte ins Deutsche sowie das komplexe historische Schicksal der Russlanddeutschen. Diese Perspektiven unterstrichen die enge Verflechtung von Glauben, Sprache und kultureller Identität innerhalb der orthodoxen Diaspora.

Vor dem offiziellen Abschluss leitete Erzdiakon Andrei Pasrev mit einem Résumé die Schlussphase der Konferenz ein. Es folgte ein Impulsvortrag zur Frage „Deutsche oder russische Orthodoxie im Westen?“ sowie eine Podiumsdiskussion, an der Erzpriester Stefanos Athanasiou, Cornelia Hayes, Johannes Wolf und Erzpriester Nikolai Artemoff teilnahmen.

Im Zentrum der Diskussion stand die zukünftige Gestalt orthodoxen Lebens im Westen. Für besondere Aufmerksamkeit sorgte die pointierte Antwort von Erzpriester Stefanos auf die Frage nach den Voraussetzungen für eine stärkere Verwurzelung der Orthodoxie im Abendland. Unter Beifall erklärte er: „Die Orthodoxen müssen orthodox werden – wir müssen Heilige werden.“ Damit setzte die Konferenz einen geistlichen Schlusspunkt unter drei Tage intensiven wissenschaftlichen Austauschs.

Die UOJ berichtete zuvor, dass das serbische Patriarchat und die serbische Regierung ein Memorandum zur Gründung der St.-Sava-Universität in Belgrad unterzeichnet haben.

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