„Die Seele des frommen Christen wird Christus als kostbare Myrrhe dargebracht“
Der rumänisch-orthodoxe Patriarch Daniel deutete Palmsonntag als Weg innerer Verwandlung und Hingabe
Am Palmsonntag, dem 5. April 2026, hat der rumänisch-orthodoxe Patriarch Daniel die geistliche Bedeutung von Myrrhe und Palmzweigen hervorgehoben. In seiner Predigt verband er biblische Bilder mit dem Aufruf zu Buße, Tugend und einem Leben in Christus. Darüber berichtete das Patriarchat auf seiner Webseite.
Im Zentrum der Predigt stand die Deutung der Myrrhe, mit der Maria von Bethanien Christus salbte (Jh 12,1-18). Diese Handlung sei Ausdruck von Dankbarkeit, zugleich aber auch eine prophetische Geste, die auf Tod und Grablegung Jesu vorausweise. In der kirchlichen Tradition habe sich dieses Symbol in der Heiligen Myrrhe fortgesetzt, die etwa bei der Weihe von Altären verwendet wird.
Zugleich unterstrich der Patriarch die geistliche Dimension dieser Symbolik: Die gereinigte und durch gute Werke erleuchtete Seele des Christen werde selbst zu einer „kostbaren Myrrhe“, die Christus dargebracht werde. Auch materielle und geistliche Gaben der Gläubigen verstand er als Ausdruck dieser liebenden Hingabe an den gekreuzigten und auferstandenen Herrn.
Die am Palmsonntag geweihten Zweige deutete Patriarch Daniel als Zeichen der Tugenden, die Gläubige durch Gebet, Fasten und Buße während der Fastenzeit sammeln. Sie stünden für das geistliche Wachstum und das Licht, das im Leben des Christen sichtbar werde.
Abschließend hob er die doppelte Bedeutung des Einzugs Christi in Jerusalem hervor: Dieser sei nicht nur ein historisches Ereignis, sondern zugleich ein Vorausbild des Einzugs in das himmlische Jerusalem. Die Teilnahme am liturgischen Leben der Kirche bedeute daher bereits jetzt eine geheimnisvolle Teilhabe an dieser himmlischen Wirklichkeit.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Priester Matthias Fröse in seiner Predigt zu Palmsonntag fragte: „Folgen wir Christus oder folgen wir einer Stimmung?“