In Tschechien wollen die Behörden der Kirche drei große Kirchen wegnehmen
In Prag hat man mit den Vorbereitungen für die Kündigung der Mietverträge mit den orthodoxen Kirchengemeinden begonnen.
Die Stadtverwaltung der tschechischen Hauptstadt erwägt die Kündigung der Mietverträge für drei wichtige Objekte, die von orthodoxen Gemeinden genutzt werden, berichtet die UOJ in Tschechien. Es handelt sich um die Kathedrale St. Cyrill und Methodius, die Kirche Mariä Verkündigung auf dem Slupí und die Kirche St. Katharina von Alexandria in Prag.
Diese Kirchen sind die bedeutendsten Orte für orthodoxe Gläubige in der tschechischen Hauptstadt. Von besonderer Bedeutung ist die Kathedrale der Heiligen Kyrill und Method, die historisch mit der Entstehung der örtlichen orthodoxen Kirche und ihrer martyrischen Vergangenheit verbunden ist.
Nach Angaben von Quellen der Union Orthodoxer Journalisten war einer der Gründe für die Überprüfung der Mietverhältnisse die Person des Prager Erzbischofs Michael. Der Hierarch ist Verwalter von zwei der genannten Gemeinden, wird jedoch vom Magistrat als „Sicherheitsrisiko” und „umstrittene Persönlichkeit” bezeichnet.
Die Maßnahmen der Stadtverwaltung deuten auf den Versuch hin, Druck auf die Kirche auszuüben, um personelle Veränderungen herbeizuführen. Leitet Erzbischof Michael weiterhin diese Gemeinden, könnte die Stadt den Gemeinden die Nutzung der Gebäude für Gottesdienste vollständig untersagen. Damit würde faktisch ein Präzedenzfall geschaffen, bei dem die kommunalen Behörden indirekt bestimmen, wer in den Kirchen zelebrieren darf.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass der Prager Erzdiözese der Entzug ihrer Sonderrechte drohe aufgrund hoher Schulden.