Der Heilige Karfreitag

Im Rahmen dieser besonderen Tage bereitet UOJ täglich kurze Erklärungen zu den Ereignissen, Gottesdiensten und Traditionen der Karwoche vor, um Gläubigen die liturgische und geistliche Tiefe dieser heiligen Zeit näherzubringen.

Am Freitag der Großen und Heiligen Woche, der auch Karfreitag genannt wird, gedenken wir des Leidens und Sterbens unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus.

An diesem Tag lesen wir die Königlichen Stunden. Diese feierliche Form der Stundenlesung kennt man ebenfalls am Vortag des Weihnachtsfestes und am Vortag der Theophanie.

Troparien in den Großen Stunden

Troparion der ersten Stunde (1. Ton) Als Du gekreuzigt wurdest, Christus, wurde hinweggenommen die Tyrannei, zertreten die Macht des Feindes. Denn nicht ein Engel, auch nicht ein Mensch, sondern der Herr selbst hat uns errettet. Ehre sei Dir!

Troparion der dritten Stunde (6. Ton) Herr, die Juden verurteilten Dich, das Leben aller, zum Tode. Jene, die das rote Meer mithilfe des Stabes durchquerten, sie hängten Dich an Kreuz, jene, die Du mit Honig aus den Steinen gestillt hast, sie brachten Dir Galle. Doch aus freiem Willen hast Du es ertragen, um uns zu befreien aus der Knechtschaft des Feindes. Christus, unser Gott, Ehre sei Dir!

Troparion der sechsten Stunde (2. Ton) Erlösung hast Du inmitten der Erde gewirkt, Christus, unser Gott, als Du auf dem Kreuz Deine makellosen Hände ausgestreckt hast und alle Völker zusammenführtest, rufend: Herr, Ehre sei Dir!

Troparion der neunten Stunde (8. Ton) Als der Räuber den Urheber des Lebens auf dem Kreuz hängen sah, sprach er: Wenn Gott nicht fleischgeworden wäre, der mit uns gekreuzigt wurde, dann hätte die Sonne ihre Strahlen nicht verborgen, auch die Erde wäre nicht erschüttert. Du aber, der Du alles ertragen hast, gedenke meiner in Deinem Reich.

Bei der Vesper, welche Mittags oder Nachmittags zelebriert wird, gedenken wir der Kreuzabnahme unseres Herrn.

Troparien aus der Vesper der Kreuzabnahme (2. Ton)

Der edle Joseph nahm vom Kreuze Deinen makellosen Leib herab und hüllte Ihn in reines Linnen und in Myrrhen ein und legte Ihn in ein neues Grab.

Den Salböltragenden Frauen rief der Engel beim Grabe stehend zu: Für die Sterblichen nur ziemt sich Salböl, Christus aber ist der Verwesung fremd. So rufet denn: Auferstanden ist der Herr und schenkt der Welt das große Erbarmen.

Paremien: Ex 33,11-23; Hiob 42,12-16; Jes 52,13–54,1.
Lesung: 1. Kor 1,18–2,2.
Evangelien: Mt 27,1-38; Lk 23,39-43; Mt 27,39-54; Joh. 19,31-37; Mt 27, 55-61.

Nach der Vesper wird Abends der Morgengottesdienst des Großen und Heiligen Samstags zelebriert. Während dieses Gottesdienstes wird der Ritus der Grablegung und Beweinung Christi vollzogen und werden die Gesänge der drei Stasien gesungen. Darauf gefolgt die Prozession mit dem Grabtuch um die Kirche.

In der dritten Stasis heißt es unter anderem:

Alle Geschlechter bringen eine Hymne deinem Grabe, mein Christus.
Vom Kreuze nimmt Joseph von Arimathaia herab dich und bestattet im Grab dich.
Gekommen sind salbentragende Frauen, mein Christus, und besorgen willfährig dir Salben.
Auf, alle Schöpfung. Lasst Totenhymnen uns bringen dem Schöpfer.
Wie einen Toten lasst mit den salbentragenden Frauen besonnen uns den Lebenden salben.
Joseph, dreimal Glückseliger, den Leichnam Christi, des Lebenspenders, besorge.

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