Deutsch-orthodoxe Mönche besuchten die Ukraine
Orthodoxe Mönche des Klosters Buchhagen berichteten der UOJ von ihrer Pilgerreise in das ukrainische Kloster Bantschen.
Im September dieses Jahres besuchten die Mönche des deutsch-orthodoxen Dreifaltigkeitsklosters Buchhagen das Kloster Bantschen in der Ukraine. Darüber berichteten sie exklusiv der deutschen Redaktion der UOJ.
Sie wollten sich ein eigenes Bild von der Lage dort machen; vor allem aber war es ein Herzensanliegen des Abtes Johannes von Buchhagen, Bischof Longin und allen Vätern von Bantschen ihre tiefe Ehrerbietung zum Ausdruck zu bringen für ihr Zeugnis und Ausharren unter den extremen Bedingungen des Krieges sowie der Ausgrenzung und Unterdrückung seitens des Staates und des neu etablierten Kirchentumes (OKU).
Das bulgarische Patriarchat, zu dem das deutsche Kloster gehört, steht insgesamt unmißverständlich zur kanonischen ukrainisch-orthodoxen Kirche.
Altvater Johannes kommentierte gegenüber der UOJ:
„Es ist bewundernswert, wie trotz allem die Väter das Heiligtum aufrecht erhalten, pflegen, und ihren Dienst tun. Auf den ersten Blick sieht man nichts von den Schwierigkeiten – außer, daß das Gästehaus voller Flüchtlinge aus anderen Teilen der Ukraine ist. Die Klosteranlagen sind nach wie vor vorbildlich gepflegt, mit vielen Blumen und in bestem Zustand; sogar ein neues Krankenhaus im Gedenken des heiligen Lukas von der Krim ist gebaut worden.
Die herzlichen Gespräche drehten sich hauptsächlich um Fragen des geistigen Lebens, der Liturgie und des orthodoxen Mönchtums, man spürte die göttliche Freude. Dabei besteht die sehr reale Gefahr, daß Mönche, wenn sie außerhalb der rumänisch besiedelten Umgebung des Klosters mit dem Auto unterwegs sind, von der Militärpolizei ergriffen und an die Front verschleppt werden.
Bischof Longin ist übel verleumdet und im Gefängnis mißhandelt worden; muß sich jetzt einer Herzoperation unterziehen. Für uns ist er ein Bekenner, wie alle Väter dort. Die Grenze nach Rumänien wird scharf bewacht und derzeit mit festen Grenzanlagen gesichert, wie wir sie 30 Jahre lang mitten in Deutschland hatten. Viele Männer, die versucht hatten zu flüchten, sind dort bereits zu Tode gekommen.
In den Dörfern sieht man nur alte Männer und Frauen; überall hängen Plakate von Gefallenen. Wir machen eine tiefe Metanie vor allen Vätern und Bekennern der Ukraine, die mancherlei Unbill erdulden und teilweise gar aus ihren angestammten Heiligtümern vertrieben und verschleppt worden sind – weil sie sich von den Mächten und Zwängen dieser gefallenen Welt nicht korrumpieren lassen, sondern unbeirrt an der Liebe und Treue zur heiligen Dreifaltigkeit, dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste festhalten – und wir beten zu Gott, daß dieser menschenverschlingende Krieg und die Bedrängnis der Kirche Gottes endlich aufhören mögen, und wieder Friede werde – ein gottgemäßer und menschenwürdiger Friede.“
Die UOJ berichtete zuletzt über den Patriarchen Theophilos III. von Jerusalem und seine Warnung an die Gemeinden.
