Patriarch Theophilos: „Wir sind vom Krieg erschöpft“
Ausbleibende Pilger und wirtschaftliche Not drängen christliche Familien zur Auswanderung. Der Patriarch fordert Hilfe zum Verbleib im Heiligen Land.
Der Jerusalemer Patriarch Theophilos III. hat vor den Folgen des Krieges für die christliche Präsenz im Heiligen Land gewarnt. In einem am 29. Oktober 2026 veröffentlichten Interview rief er dazu auf, die Gemeinden und die heiligen Stätten zu schützen. Darüber berichtet die griechische Zeitung To Vima.
„Wir sind vom Krieg erschöpft“, erklärte der Patriarch. Seit drei Jahren kämen nur wenige Pilger. Christliche Betriebe hätten deshalb schließen müssen, Familien verließen ihre Heimat. Wirtschaftliche Not, eingeschränkte Bewegungsfreiheit und Einschüchterung durch Extremisten verstärkten die Abwanderung.
Als zentrale Aufgabe der Jerusalemer Kirche bezeichnete Theophilos den Schutz der Heiligtümer und des freien Zugangs zu ihnen. Die heiligen Stätten seien lebendige Orte des Gebets. Versuche, ihren Status quo zu verändern, gefährdeten das religiöse Zusammenleben.
Der Patriarch bat um konkrete Unterstützung, damit Christen im Heiligen Land bleiben können. Bildung und berufliche Perspektiven seien dafür wesentlich. Schulen und die orthodoxe Universität an der Taufstätte in Jordanien sollten insbesondere jungen Menschen eine Zukunft eröffnen.
Zuvor berichtete die UOJ, dass Theophilos für seine Hilfe für Kriegsopfer in Gaza mit einer Athener Medaille ausgezeichnet wurde.
