Bischof Andrej feierte Patronatsfest zu Mariä Entschlafung in Zürich
Der serbisch-orthodoxe Hierarch hob in seiner Festpredigt die Gottesmutter als Vorbild für Demut, Gottvertrauen und die christliche Hoffnung auf das ewige Leben heraus.
Am Freitag, dem 28. August 2026, wurde in der serbisch-orthodoxen Kirche der Entschlafung der Gottesmutter im Zürcher Stadtteil Schwamendingen das Patronatsfest gefeiert. Der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej von der Schweiz, Italien und Malta stand der hierarchischen Göttlichen Liturgie vor. Mit ihm konzelebrierten mehrere Priester und ein Diakon. Bischof Andrej berichtete darüber auf seiner Facebook-Seite.
In seiner Festpredigt erläuterte Bischof Andrej die theologische Bedeutung des Festes der Entschlafung der Gottesmutter. Die Kirche betrachte ihren Tod nicht als tragischen Abschluss ihres irdischen Lebens, sondern als ihr „Pascha“ – als Übergang von der Vergänglichkeit zur Unvergänglichkeit und vom Tod zum ewigen Leben. In der Gottesmutter erkenne die Kirche bereits jene Berufung, die jedem Menschen gilt: Auferstehung, Verwandlung und ewige Gemeinschaft mit Christus.
Die Größe der Gottesmutter, so der Bischof, zeige sich nicht allein darin, dass sie die Mutter Jesu Christi geworden sei, sondern auch in ihrer vollkommenen Hingabe an Gott. Von ihrer Antwort bei der Verkündigung „Siehe, ich bin die Magd des Herrn“ bis zu ihrem Stehen unter dem Kreuz ihres Sohnes sei ihr ganzes Leben von der Annahme des göttlichen Willens geprägt gewesen. Damit bleibe sie ein herausragendes Vorbild für Demut, Treue und Liebe sowie für die christliche Antwort auf Gottes Ruf.
Mit Blick auf den Tod betonte Bischof Andrej, dass der christliche Glaube weder den Schmerz des Abschieds noch die Vergänglichkeit des irdischen Lebens leugne. Beides werde jedoch im Licht der Auferstehung Christi verstanden. Nach Christi Sieg über den Tod sei das Grab nicht mehr das letzte Wort über den Menschen. Die Entschlafung der Gottesmutter verweise daher darauf, dass Gottes letztes Wort das Leben sei und der Mensch für die Ewigkeit und die Gemeinschaft mit seinem Schöpfer geschaffen wurde.
Der Bischof rief die Gläubigen dazu auf, das Fest nicht nur als äußere Feier zu begehen, sondern als Anlass zur geistlichen Selbstprüfung zu verstehen. Gerade in einer von Unruhe, Angst und Unsicherheit geprägten Zeit zeige die Gottesmutter den Weg des stillen Vertrauens auf Gott. Ihre Glaubenstreue mache deutlich, dass christliche Hoffnung nicht darin bestehe, von Leid verschont zu bleiben, sondern in der Gewissheit, dass weder Leid noch Schmerz und auch nicht der Tod den Menschen von der Liebe Gottes trennen könnten.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Metropolit Isaak in Deutschland seine Unterstützung für die Brüder der Swjatohirsker Lawra bekundet hatte.