„Heute beginnt unser Heil“ – Verkündigung und Kreuz in der Karwoche verbunden
Erzbischof Tichon von Rusa zelebriert in Berlin – Erzpriester Ilja Chirin predigte zum besonderen Datum des Hochfestes Maria Verkündigung
Zum Hochfest der Verkündigung am 7. April 2026 wurde in der russisch-orthodoxen Auferstehungskathedrale in Berlin von Erzbischof Tichon von Rusa feierlich die Göttliche Liturgie zelebriert. Im Mittelpunkt stand eine Predigt von Erzpriester Ilja Chirin über Demut, freien Willen und die Verbindung von Menschwerdung und Kreuz. Darüber berichtete die Diözse von Berlin und Deutschland der Russischen Orthodoxen Kirche auf ihrer Webseite.
Die Predigt von Erzpriester Ilja Chirin stellte die besondere geistliche Tiefe heraus, die sich daraus ergibt, dass das Fest der Verkündigung in diesem Jahr mit der Karwoche zusammenfällt. „Heute beginnt unser Heil“, zitierte er den Festgesang, und erklärte, dass mit der Empfängnis Christi durch den Heiligen Geist bereits der Weg zum Kreuz angelegt sei. Die Menschwerdung sei untrennbar mit dem Leiden und dem Opfer Christi verbunden, durch das die Erlösung der Welt vollendet werde.
Ausführlich ging der Geistliche auf die Rolle der Gottesmutter ein. Ihre Antwort auf die Botschaft des Erzengels – „Siehe, ich bin die Magd des Herrn“ – deutete er als freien, bewussten Akt der Hingabe. In dieser Zustimmung liege nicht nur Demut, sondern auch Mut, da sie zugleich das kommende Leiden ihres Sohnes und das eigene Mit-Leiden umfasse. Die Prophezeiung Simeons über das „Schwert“, das ihre Seele durchdringen werde, erfülle sich unter dem Kreuz, wo sie das Opfer Christi innerlich mittrage.
Zugleich betonte die Predigt die Bedeutung des freien Willens. Gott handle nicht gegen den Menschen, sondern rufe ihn zur freiwilligen Mitwirkung am Heil. Ohne diese Freiheit sei weder geistliches Wachstum noch wahre Liebe möglich. Selbst die Menschwerdung Gottes sei – so die theologische Deutung – an die freie Zustimmung der Gottesmutter gebunden gewesen.
Abschließend rief Erzpriester Ilja Chirin dazu auf, dem Vorbild der Gottesmutter zu folgen. Demut, Sanftmut und Geduld führten zu Frieden und innerer Ordnung, während Stolz und Zorn den Menschen von Gott entfernten. Wer den Willen Gottes in Dankbarkeit annehme, könne – wie die Gottesmutter – Gnade finden und auf den Weg des Heils gelangen.
Die UOJ berichtete zuvor über die russische Kirche in Darmstadt als Ort von Glaube und Geschichte.