Ungarn hob Adoptionsverbot für gleichgeschlechtliche Paare auf
Péter Magyar. Foto: MTI
Die ungarische Regierung beabsichtigt, das Gesetz zu ändern, das gleichgeschlechtlichen Paaren unter dem ehemaligen Ministerpräsidenten Viktor Orbán die Adoption von Kindern untersagte. Dies erklärte Ministerpräsident Péter Magyar bei einer Pressekonferenz am 12. September 2026.
„Wir können eindeutig sagen, dass wir dieses System ändern werden: Die Entscheidung sollte in solchen Fällen weder ein Minister noch ein Politiker treffen, sondern Fachleute, die feststellen können, unter welchen Bedingungen ein bestimmtes kleines Kind ein Leben führen kann, das es ihm ermöglicht, ein glückliches und ausgeglichenes Mitglied der Gesellschaft zu werden“, sagte Magyar. Die Pressekonferenz war einem Bericht über den Zustand des Kinderschutzsystems gewidmet.
Gleichgeschlechtliche Paare konnten in Ungarn noch nie gemeinsam Kinder adoptieren, da gleichgeschlechtliche Ehen im Land verboten sind. Bis Ende 2020 bestand jedoch eine Umgehungsmöglichkeit: Einer der Partner stellte den Antrag als Einzelperson. Im Dezember desselben Jahres verankerte das Parlament in der Verfassung, dass die Familie auf der Ehe zwischen Mann und Frau beruhen müsse. Zudem bedarf die Adoption durch Einzelpersonen seither der persönlichen Genehmigung des Familienministers.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass der EU-Gerichtshof das ungarisches Gesetz zum Schutz von Kindern vor LGBT als einen verstoß gegen das EU-Recht hält.
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