Anglikanische Kirche wird wegen Partyvertrag für Kathedrale kritisiert

Die St. Paul’s Cathedral in London. Foto: zenit.org

Christen protestierten gegen die Leitung der anglikanischen St.-Pauls-Kathedrale in London, die mit dem Nachtclub Fabric einen mehrjährigen Vertrag über regelmäßige Konzerte und Partys geschlossen hat. Die Vereinbarung gewährt dem Veranstaltungsunternehmen bis 2030 das ausschließliche Recht, Veranstaltungen im Gebäude der Kathedrale durchzuführen. Dies berichtet The Christian Post.

Die Organisatoren haben die erste Veranstaltung bereits für den 29. Oktober angesetzt, halten den Namen des auftretenden Künstlers jedoch noch geheim. Die Direktorin für Besucherbetreuung der Kathedrale, Sandra Lynes Timbrell, erklärte, die Leitung wolle den Menschen auf diese Weise dabei helfen, „dieses historische Gebäude zu entdecken und auf neue und spannende Weise mit ihm in Kontakt zu treten“.

Ihr zufolge soll das sorgfältig zusammengestellte Konzertprogramm Menschen ansprechen, die zum ersten Mal in die Kirche kommen. Der Mitbegründer des Clubs Fabric, Cameron Leslie, bezeichnete die Vereinbarung seinerseits als außergewöhnliche und unerwartete Verbindung zweier völlig unterschiedlicher Teile Londons.

Die Initiative löste bei Gläubigen und Historikern eine Welle der Empörung aus. Besonderen Unmut ruft hervor, dass die Partys in unmittelbarer Nähe der Krypta stattfinden sollen, in der die sterblichen Überreste des Nationalhelden Admiral Horatio Nelson ruhen. Nachfahren des Flottenführers bezeichneten den Vertrag als Beleidigung des Andenkens ihres Vorfahren und erklärten, die Organisatoren veranstalteten faktisch einen „Tanz auf den Gräbern“.

Der Präsident der Nelson Society, Peregrine Hood, äußerte tiefe Enttäuschung über den geistlichen Zustand der heutigen anglikanischen Kirche und fragte, ob es im Land überhaupt noch etwas Heiliges gebe. Der Vertreter der Gesellschaft, Andy Smith, betonte, dass Diskotheken in der wichtigsten Kathedrale des Landes die religiösen Gefühle der Christen zutiefst verletzten.

Die Kathedrale versuchte sich damit zu rechtfertigen, dass die Veranstaltungen ausschließlich im Sitzen stattfinden und die Krypta selbst für Besucher geschlossen bleiben werde. Kritiker erinnern zugleich an den gefährlichen Ruf des neuen Geschäftspartners. Der Club Fabric wurde 1999 eröffnet. Im Jahr 2016 entzog der Rat des Londoner Bezirks Islington dem Club wegen wiederkehrender Drogenprobleme und des Todes zweier 18-jähriger Jugendlicher infolge einer Überdosis die Lizenz.

Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass bereits der dritte Richter das Verfahren gegen den armenischen Katholikos abgelehnt hatte.

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