Saint-Serge-Institut veröffentlichte Kursangebot für das erste Semester
Das Saint-Serge-Institut in Paris startet in das neue Studienjahr. Archivfoto: Institut Serge
Das Orthodoxe Theologische Institut Saint-Serge in Paris hat sein Lehrangebot für das erste Semester des akademischen Jahres 2026/27 veröffentlicht. Die Online-Kurse und Seminare werden live und auf Abruf angeboten und richten sich auf Bachelor- und Master-Niveau an Studierende sowie freie Kandidaten und Zuhörer, wie das Institut am 25. August 2026 auf seiner Webseite mitteilte.
Im Bachelor-Studiengang (BA) stehen 20 Lehrveranstaltungen auf dem Programm. Das Angebot umfasst Kurse zum Alten und Neuen Testament, zur Kirchengeschichte, Philosophie, Patrologie, Dogmatik, Liturgischen Theologie, Moraltheologie sowie Pastoraltheologie und Homiletik. Ergänzt wird das Programm durch Sprachkurse in biblischem Griechisch und biblischem Hebräisch sowie einen Lese- und Übersetzungsworkshop für biblisches und patristisches Griechisch.
Behandelt werden unter anderem die Entstehung der christlichen Lehre auf den Ökumenischen Konzilien, die lokalen Kirchen in der Geschichte des orthodoxen Christentums, Platon und Aristoteles als Quellen der Theologie, die ersten Zeugen des christlichen Glaubens sowie das Geheimnis Christi und die Menschwerdung Gottes. Weitere Kurse widmen sich den eucharistischen Gebeten in der christlichen Tradition, christlicher Moral und Ethik, der liturgischen Praxis sowie der Seelsorge und christlichen Predigt.
Auf Master-Niveau (ThM) bietet das Institut sieben Online-Seminare an. Themen sind unter anderem die Erneuerung der orthodoxen Theologie im 20. Jahrhundert, die Entwicklung der Hagiologie im Westen, die Konziliarität (Sobornost) im russisch-orthodoxen Denken, die Geschichte orthodoxer Missionen im hohen Norden und in Asien vom 11. bis zum 20. Jahrhundert, das Verhältnis von Kirche und Staat, die Ikonentheologie sowie die Interpretation des Neuen Testaments aus seinem ursprünglichen Kontext.
Zum Auftakt des akademischen Jahres veranstaltet das Institut am Freitag, 11. September 2026, von 9.30 bis 18 Uhr in Paris und online seine traditionelle Eröffnungstagung zum Thema „Warum heute Theologie studieren?“. Die gemeinsam mit dem Dumitru-Stăniloae-Zentrum für orthodoxe Studien und Forschung in Paris sowie dem Orthodoxen Theologischen Institut Apostel Paulus in Brüssel organisierte internationale Studientagung fragt aus ökumenischer Perspektive nach der Bedeutung der Theologie in einer zunehmend säkularen Gesellschaft und ihrem Verhältnis zwischen akademischer Forschung und kirchlichem Leben.
Das Institut Saint-Serge, 1925 gegründet und Teil der Erzdiözese der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa, gilt als bedeutendste orthodoxe Bildungseinrichtung der Region. Unter der neuen Präsidentschaft von Christophe Levalois setzt es seine hundertjährige Tradition theologischer Forschung und ökumenischer Zusammenarbeit fort. Mit rund 250 Studierenden im Studienjahr 2025/26 bleibt das Institut ein wichtiger akademischer Bezugspunkt für die orthodoxe Theologie in Westeuropa.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Metropolit Serafim in einer Predigt erklärte: „Die höchste Kultur der Menschheit ist die orthodoxe Liturgie der Kirche.“
Lesen Sie auch
Orthodoxe Kirche feiert die Entschlafung der Gottesgebärerin
Das als kleines Pascha bezeichnete Fest beendet das zweiwöchige Entschlafungsfasten und erinnert daran, dass der Tod für den Christen ein Übergang zum ewigen Leben ist.
Neuerscheinung untersucht Wulfila und die Christianisierung der Goten
Studie von Archimandrit Johannes von Buchhagen stellt den Gotenbischof und „Germanenapostel“ in den Kontext der theologischen Auseinandersetzungen des 4. Jahrhunderts.
Patriarch Porfirije erinnerte zum 35. Todestag an Patriarch German
Das Oberhaupt der Serbisch-Orthodoxen Kirche würdigte das Wirken eines seiner Vorgänger, der sich für die Wiederaufnahme des Baus der Sava-Kirche eingesetzt hatte.
Saint-Serge-Institut veröffentlichte Kursangebot für das erste Semester
20 Bachelor-Kurse und sieben Master-Seminare werden online live und auf Abruf angeboten
Der reiche Jüngling und die „eiserne Mauer“ des Eigenwillens
Priester Matthias Fröse deutete das Evangelium als Aufruf, die Bindungen des eigenen Herzens zu erkennen und sich von Christus verwandeln zu lassen.
Erzbischof Tichon zelebrierte zum Festabschluss der Verklärung des Herrn
Der Administrator der Berliner Diözese feierte gemeinsam mit Geistlichen die Göttliche Liturgie und empfing eine Kindergartengruppe.