Strafverfahren gegen Armeniens Kirchenoberhaupt empörte US-Juristen

Katholikos aller Armenier Garegin II. und Rechtsanwalt Robert Amsterdam. Foto: news.am

Am 6. August 2026 nannte der amerikanische Anwalt und Gründer von Amsterdam & Partners LLP, Robert Amsterdam, das Gerichtsverfahren gegen den Katholikos aller Armenier, Garegin II., eine „moralische Katastrophe“. Darüber berichtet die ukrainische Redaktion der UOJ.

Nach den Worten Amsterdams hat die Situation die Grenzen des rechtlichen Feldes überschritten. „Was geschieht, bewegt sich bereits jenseits des rechtlichen Rahmens und ist eine moralische Katastrophe“, erklärte er. Der Anwalt hob hervor, dass das armenische Katholikat über Jahrhunderte hinweg eine Stütze des Volkes war und ihm half, seine Identität in Zeiten ohne eigene Staatlichkeit zu bewahren.

Der Jurist nannte den Prozess gegen das Oberhaupt der Armenischen Apostolischen Kirche einen Schlag gegen die verfassungsmäßige Ordnung und die Grundlagen des internationalen Rechts. Er erinnerte daran, dass die Verfassung Armeniens und die internationalen Verträge die Trennung von Kirche und Staat festschreiben und die Autonomie der religiösen Institutionen garantieren.

Amsterdam erklärte zudem, dass die Einmischung des staatlichen Gerichtsapparats in das innere Leben der Kirche einen gefährlichen Präzedenzfall für die Rechtsstaatlichkeit darstelle. „Die Justiz kann nicht als Instrument politischer Rache dienen“, hob der Anwalt hervor und fügte hinzu, dass die internationale Gemeinschaft und die Menschenrechtsaktivisten vor dem Geschehen nicht die Augen verschließen dürften.

Das Strafverfahren wurde nach dem Beschluss Garegins II. eingeleitet, Bischof Geworg Sarojan, der die Behörden der Republik im Konflikt mit der Armenischen Apostolischen Kirche unterstützt hatte, die Priesterwürde abzuerkennen. Zusammen mit dem Katholikos sind noch sechs weitere Mitglieder des Höchsten Geistlichen Rates im Verfahren beschuldigt. In der Armenischen Kirche hält man die Verfolgung ihrer Hierarchen für ungesetzlich.

Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass Metropolit Grigorije den Metropoliten Onufrij in Kyjiw getroffen hatte.

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Robert Amsterdam warf dem Gericht vor, die Grenzen des Rechtsstaats zu überschreiten und die Kirche politisch zu verfolgen.

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