Mainzer Gemeinde beging Gedenktag des heiligen Disibod auf dem Disibodenberg
Gemeindemitglieder mit Priester Matthias beim Gebet. Foto: Gemeinde Mainz
Am 26. Juli 2026, dem 8. Sonntag nach Pfingsten, beging eine Gruppe von Gemeindegliedern der Gemeinde zu Ehren des heiligen Märtyrers Christophorus in Mainz das Gedächtnis des heiligen Disibod (Gedenktag: 08.07./21.07.). Aus diesem Anlass versammelten sich die Gläubigen auf dem Disibodenberg, an dem der Heilige im siebten Jahrhundert wirkte und eine geistliche Gemeinschaft gründete.
Der heilige Disibod war der Überlieferung nach ein irischer Bischof und Glaubensbote, der um das Jahr 640 mit mehreren Gefährten ins Frankenreich kam. Am Zusammenfluss von Nahe und Glan ließ er sich als Einsiedler nieder, verkündete den Menschen das Evangelium und gründete eine geistliche Gemeinschaft, aus der später das Kloster Disibodenberg hervorging. Nach seinem Tod um das Jahr 700 wurde sein Grab zu einer Pilgerstätte; im Jahr 745 ließ der heilige Bonifatius seine Gebeine unter den Altar der dortigen Kirche übertragen.
Am Morgen wurde zunächst im rund 15 Minuten vom Disibodenberg entfernten Meisenheim die Göttliche Liturgie gefeiert. Anschließend fuhren die Gemeindeglieder und Gäste gemeinsam zum Disibodenberg. Am Fuße des Berges, wo der heilige Disibod einst seine Eremitage errichtete, wurde ein Moleben zu Ehren des Heiligen abgehalten. Die Gottesdienste wurden von Priester Matthias Fröse unter Mitwirkung von Subdiakon Michael Wosnitza (Gemeinde zu Ehren der Drei Hierarchen, Worms) gefeiert.
Der heilige Disibod ist bislang nicht offiziell in den Heiligenkalender der Russisch-Orthodoxen Kirche aufgenommen worden. In der Region an der Nahe und Glan besteht jedoch seit langer Zeit eine lebendige und starke Verehrung des Heiligen, dessen Wirken die christliche Geschichte dieser Landschaft nachhaltig geprägt hat. Auch für die orthodoxen Gläubigen in Deutschland hat sein geistliches Erbe eine besondere Bedeutung.
Im Anschluss an das Moleben besuchten die Teilnehmer das Museum am Disibodenberg und nahmen an einer Führung teil. Dabei hatten sie die Möglichkeit, die vermutlich letzte erhaltene Reliquie des heiligen Disibod zu sehen: ein Fragment des Marmorsarkophags, in dem die Gebeine des Heiligen gebettet waren.
Der gemeinsame Tag bot den Gläubigen Gelegenheit zum Gebet, zur Vertiefung ihrer Kenntnisse über das Leben des heiligen Disibod und zur Begegnung mit der christlichen Geschichte der Region. Zum Abschluss waren alle Teilnehmer zu einem festlichen gemeinsamen Essen eingeladen.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass US-Bischöfe zum Gebet für den Schutz des ungeborenen Lebens aufgerufen hatten.
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