„Niemand ist sich selbst genug“ – Patriarch rief zu gegenseitiger Fürbitte auf

Patriarch Porfirije predigte in der Kirche des Heiligen Sava in Belgrad. Foto: Patriarchat

Der serbisch-orthodoxe Patriarch Porfirije hat am Fest der Heiligen Apostel Petrus und Paulus (12. Juli 2026) in der Kirche des Heiligen Sava im Belgrader Stadtteil Vračar die Göttliche Liturgie gefeiert. In seiner Predigt stellte er die Heilung des Gelähmten aus dem Matthäusevangelium (9,1-8) in den Mittelpunkt und betonte, dass der Mensch nicht isoliert gerettet werde, sondern durch den Glauben und das Gebet der Gemeinschaft. Das Patriarchat veröffentlichte den Predigttext auf seiner Webseite.

Ausgehend vom Evangeliumsbericht erklärte der Patriarch, dass Christus den Gelähmten nicht wegen dessen eigenen Glaubens, sondern aufgrund des Glaubens seiner vier Begleiter heilte. Daraus leitete er die Bedeutung der Kirche als Gemeinschaft des Glaubens ab. „Glaube ist keine persönliche Heldentat eines Einzelnen“, sagte Patriarch Porfirije. „Unser Glaube ist heilsam, weil er der Glaube der Kirche ist, weil er der Glaube der Gemeinschaft ist.“ Zugleich erinnerte er an das Wort des Apostels Paulus: „Einer trage des anderen Lasten“ (Gal 6,2), und betonte: „Niemand kann von sich behaupten, für sich selbst ausreichend zu sein.“

Der Patriarch hob hervor, dass Christus zunächst die geistliche Krankheit des Gelähmten heile und ihm die Sünden vergebe, bevor er ihn körperlich gesund mache. Daraus folge, dass die Erneuerung des Menschen im Inneren beginne. Zugleich rief er die Gläubigen dazu auf, füreinander und für die Welt zu beten. „Wir brauchen andere, wir brauchen die Kirche, den Glauben der Kirche“, sagte Patriarch Porfirije. Je stärker der gemeinsame Glaube sei, desto größer werde der Segen für den Einzelnen und für die gesamte Gesellschaft.

Mit Blick auf das Fest der Apostel Petrus und Paulus verwies der Patriarch auf deren unterschiedliche Lebenswege und Charaktere. Trotz ihrer Verschiedenheit und mancher Auseinandersetzungen seien sie durch Christus zu einer Einheit geworden und damit zum Vorbild für die Kirche. Diese sei „keine Gemeinschaft identischer Individuen“, sondern eine Gemeinschaft verschiedener Gaben, die in Christus ihre Einheit finde. Die Apostel zeigten, dass Unterschiede keine Trennung bedeuten müssten, sondern zur gegenseitigen Bereicherung werden könnten.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Bischof Irenei die Gläubigen aufforderte: „Bereitet euch auf den geistlichen Kampf vor, nicht auf emotionalen Trost!“

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